05.10.2000

GUT PETER, September 1998

Wie fremdgehen
GUT PETER, September 1998
Früher schlug er für den EHC Kloten den Puc ins Netz, mit dessen Junioren er auf den Schweizer Meistertitel abonniert war, heute trifft Peter Gut, inzwischen 38 Jahre alt, auf andere Weise ins Schwarze. Er beendete seine Eishockey-Karriere, nachdem ihm eines Tages der Puc direkt an den Kopf knallte, so fing er an zu zeichnen. In seiner schrägen Art entlarvt er heute in seinen Porträts das Wesen einer Person oder den Kern einer Begebenheit. Seit fünf Jahren zeichnet er für das Wirtschaftsmagazin Bilanz die Rubrik “Bonjour”; einige Porträtierte kauften ihm nach Veröffentlichung die eigene Karikatur ab wie Swissair-Präsident Hannes Goetz und ex-Interhome-Chef Bruno Franzen. Und er karikiert für Facts, wenn Kolumnist Viktor Giacobbo in den Ferien weilt, sowie für die NZZ. Insofern kennt sich Gut auch in Medien und Werbung aus, was die Idee nur um so reizvoller machte, die wichtigen Branchen-Charaktere für “persönlich” offenzulegen, die Sie auf den folgenden Seiten sehen. Dieser Prozess, das Einschätzen und Beurteilen einer Person, läuft bei ihm eigentlich immer und automatisch ab, das Zeichnen selbst passiert um so schneller. Gut, der für sich selbst das Einfache und Bescheidene sucht, wähnt seine Arbeit gar als Dienst an der Person. “Ich muss schon sagen, dass ich versuche, in den Menschen hineinzugehen und zu ergründen, warum er so ist, wie er ist”, sagt Peter Gut, “das ist wie Fremdgehen, man ist immer bei anderen Leuten.”

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