13.04.2018

Lokalinfo

Zuschlag für neuen «Volketswiler»

Der Zürcher Zeitungsverlag produziert das amtliche Publikationsorgan ab 2019. Dies sorgt für Kritik.
Lokalinfo: Zuschlag für neuen «Volketswiler»
Der «Volketswiler» (rechts im Bild) wird derzeit von den Zürcher Oberland Medien herausgegeben. (Bild: Archiv)

Im Januar hatte der Gemeinderat den Produktionsauftrag für die Gemeindezeitung «Volketswiler» neu ausgeschrieben. Ziel dieser Submission war es gewesen, den Horizont für neue Möglichkeiten der Informationsverbreitung zu öffnen und den «Volketswiler» an die heutige, äusserst vielfältige Art der Mediennutzung anzupassen, wie es in einer Mitteilung des Gemeinderats heisst.

Mit ihrer «All-Media»-Lösung hat die Lokalinfo AG mit Sitz in Zürich die Submission gewonnen. Ihr Angebot verfolgt die Maxime, dass die Volketswilerinnen und Volketswiler selbst entscheiden sollen, wann, wo und wie sie die Informationen aus dem Leben in ihrer Gemeinde lesen möchten. Der «Volketswiler» soll deshalb weiterhin als gedrucktes Magazin erscheinen, neu aber auch auf einer eigenen, laufend aktualisierten Website sowie über Apps für Smartphones und Tablets abrufbar sein.

Einbindung der Bevölkerung

Für die redaktionelle Leitung wird Lokalinfo einen Redaktionsleiter oder eine Redaktionsleiterin anstellen, die ausschliesslich für den neuen «Volketswiler» tätig ist. Weder Lokalinfo noch der Gemeinderat können jedoch abschliessend entscheiden, was im «Volketswiler» stehen soll. Die Erarbeitung und Überwachung des redaktionellen Konzepts sowie Stichentscheide bei Bedarf obliegen einem Redaktionsausschuss, der paritätisch aus Vertreterinnen und Vertretern aller Lebensbereiche der Gemeinde zusammengesetzt ist. Vereine, Parteien, Gewerbe, Behörden, Interessengruppen und auch die Zeitungsmacher selber sollen in diesem Ausschuss vertreten sein.

Während der gedruckte «Volketswiler» alleine die Gemeinde heute 160'000 Franken pro Jahr kostet, wird das Gesamtpaket aus gedrucktem Magazin, Website sowie Apps für Smartphones und Tablets neu mit 180'000 Franken pro Jahr zu Buche schlagen. Der neue «Volketswiler» wird nicht mehr wöchentlich, sondern alle 14 Tage in die Briefkästen der Gemeinde verteilt. Die Gemeindeversammlung vom 15. Juni wird über das neue Konzept des «Volketswilers» befinden können.

Teurer und seltener

Kritik für die Vergabe an Lokalinfo gibt es von den Zürcher Oberland Medien, der bisherigen Herausgeberin des «Volketswilers». Benjamin Rothschild, Redaktionsleiter «Volketswiler» und stellvertretender Chefredaktor Zürcher Oberland Medien, schreibt in einem Kommentar: «Der Gegenwert, den die Volketswiler für diese Mehrkosten erhalten, ist im Vergleich zum heutigen Produkt nicht höher.» Die neue Zeitung werde teurer und liege seltener im Briefkasten. Zudem sei die Redaktion nicht mehr unabhängig. (pd/cbe)



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Kommentare

  • Victor Brunner, 14.04.2018 08:52 Uhr
    Lokalinfo AG ist direkt abhängig von der Emil Frey AG, also von Walter Frey, Automobilimporteuer. Walter Frey ist zugleich einer der wichtigsten Geldgeber der Zürcher SVP. Der Einstieg bei dem Volketswiler dürfte Teil der SVP Strategie sein auf dem Land publizistisch aufzutreten! Zum Teil mit Erfolg, die Gemeindenachrichten von Küsnacht sind seit einiger Zeit im Küsnachter publiziert und nicht mehr in der ZSZ! Nicht erstaunlich, in beiden Gemeinden ist die SVP stark vertreten! Sie sind die Wegbereiter einer von rechts dominierten Bürgerinformation bezahlt vom Steuerzahler von links bis rechts. Bestes Beispiel die "Saustall ausmisten" Inserate zu den Stadtratwahlen in Zürich! Anchorwoman ist Liliane Müggenbeurg, sie bringt die publizistischen und politischen Vorgaben von Walter Frey in den Zeitungen auf einen Punkt!

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