13.03.2018

Medienpolitik

Westschweizer Kantone unterstützen SDA

Gemäss einer SP-Politikerin könnte die Agentur ein vom Bund finanziertes Service-Public-Unternehmen werden.
Medienpolitik: Westschweizer Kantone unterstützen SDA
Am Montag: Mitarbeiter der SDA bilden den Schriftzug «SDA» unter dem Motto «Die SDA löst sich auf! – Abbau stoppen». (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Die Westschweizer Kantone und der Kanton Bern unterstützen die Nachrichtenagentur SDA. Sie fordern den Bund auf, mehr als die vorgesehenen zwei Millionen Franken aus dem Gebührentopf an die Nachrichtenagentur auszuschütten.

In der Tageszeitung «Le Temps» nennt die Waadtländer Regierungspräsidentin Nuria Gorrite (SP) einen Betrag von bis zu fünf Millionen Franken, wie die Sprecherin ihres Departements auf Anfrage zum Zeitungsbericht bestätigte. Der Kanton Waadt hat die Federführung der Unterstützungsbewegung für die nationale Nachrichtenagentur übernommen. 

Gemäss Gorrite könnte die SDA ein vom Bund finanziertes Service-Public-Unternehmen werden. Dafür müsste man aber weiter gehen als die vom Bundesrat vorgesehenen zwei Millionen Franken, sagte sie. 

Im vergangenen Oktober hatte Medienministerin Doris Leuthard bei der Vorstellung des Entwurfs für die Teilrevision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) angekündigt, gesagt, dass die SDA mit zwei Millionen Franken aus dem Gebührentopf unterstützt werden soll.

Mit diesem Beitrag wolle der Bundesrat sicherstellen, dass die lokalen und regionalen Medien auch in Zukunft Zugriff auf die Leistungen der SDA hätten. Das sei ein Service für die ganze Schweiz und für alle Medien. Die Teilrevision, über die die Vernehmlassung kürzlich abgeschlossen wurde, bildet noch Gegenstand einer Botschaft des Bundesrats ans Parlament. 

Seit der Ankündigung von Leuthard hat die SDA mit der Bildagentur Keystone fusioniert und vorgesehen ist ein Einstieg der österreichischen Nachrichtenagentur APA bei der SDA. Zudem wurde der Abbau von 35 der 150 Vollzeitstellen angekündigt, was zu einem Streik der Redaktion führte. 

Nachdem die Verhandlungen mit dem Verwaltungsrat nicht zum erwünschten Resultat führten, wurde die Schlichtungsstelle für Arbeitsstreitigkeiten im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) angerufen. (sda/eh) 

 



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