12.10.2016

12-App

Schwere, gut recherchierte Themen schlagen Softnews

Tamedia veröffentlicht ein Jahr nach der Lancierung der App Nutzerzahlen sowie eine Analyse der gelesenen Inhalte. Den Break-Even hat das Produkt noch nicht erreicht.
12-App: Schwere, gut recherchierte Themen schlagen Softnews
15'000 App-Nutzer lesen die Anwendung täglich: Die 12-App auf einem Smartphone. (Bild: zVg.)

Zum ersten Jubiläumstag veröffentlichte das Redaktionsteam der 12-App am Mittwoch Kennzahlen zum Projekt. Die Repackaging-App liefert den Lesern täglich zwölf ausgewählte Artikel aus dem ganzen Tamedia-Portfolio, also aus 21 Titeln wie dem «Tages-Anzeiger», «SonntagsZeitung», «Bund» oder der «Annabelle», aufs Smartphone (persoenlich.com berichtete).

Bisher wurde die Anwendung 70'000 heruntergeladen, wie die Macher in einem Blog-Post schreiben. 400'000 Nutzer erreicht sie durchschnittlich pro Monat, am Tag lesen 15'000 Nutzer die App. Von den zwölf gelieferten Artikel werden im Durchschnitt 7,28 gelesen. Immer wieder taucht die Frage nach der Wirtschaftlichkeit des Tamedia-Produkts auf. Dazu heisst es im Beitrag: «Die 12-App hat den Break-Even noch nicht ganz erreicht.» Die Gewinnschwelle sei aber in Reichweite.

«Publikum für Qualitätsjournalimus im Online»

Durch die Feedback-Funktion am Ende jedes Artikels («Ist dieser Artikel lesenswert?») kann Tamedia ermitteln, welche Inhalte den Leserinnen und Lesern gefallen und welche nicht. 15 Prozent der Nutzer geben hier jeweils ihre Meinung kund. Das Ergebnis nach einem Jahr: 86 Prozent der Nutzer bewerten die Artikel im Durchschnitt als «lesenswert».

Laut der Auswertung mögen die Leser «schwere Themen und gut recherchierte, lange Texte – auch im Mobile-Bereich». Die meisten Leser erreicht und gleichzeitig als lesenswert beurteilt, wurde zum Beispiel die in der «Annabelle» publizierte Schicksalsgeschichte über eine Putzfrau, die von ihrem Chef sexuell missbraucht wurde. Schlecht abgeschnitten hat rückblickend eine Glosse über Rollkragenpullis bei Männern, die im «Tages-Anzeiger» erschienen ist. Die Performance von weiteren Artikeln bestätigt die These des Teams.

«Es gibt ein Publikum für Qualitätsjournalimus im Onlinebereich, für Bezahljournalismus auf dem Handy-Screen», schliessen die 12-App-Macher aus ihren Daten. Wer sich selbst davon überzeugen will, kann dies im eigens entwickelten Analyse-Tool tun. (wid)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang