17.05.2018

NZZ am Sonntag

Ronnie Grob erhält neue Medienkolumne

Der stellvertretende Chefredaktor vom «Schweizer Monat» schreibt ab diesem Sonntag wöchentlich für die NZZaS. «Journalisten kritisieren andere Journalisten kaum öffentlich», sagt Grob.
NZZ am Sonntag: Ronnie Grob erhält neue Medienkolumne
Ronnie Grob arbeitet seit 2016 beim «Schweizer Monat». (Bild: Julien Barrat)
von Christian Beck

Am Sonntag erscheint die «NZZ am Sonntag» in einem neuen Design (persoenlich.com berichtete). Darin gibt es auch eine neue wöchentliche Medienkolumne, die Ronnie Grob vom «Schweizer Monat» bestreitet. «Ronnie Grob beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit Medienthemen. Und er kennt sich auch mit den neuen Medien gut aus», sagt Luzi Bernet, Chefredaktor der NZZaS, zu persoenlich.com. Grob ersetze das bisherige Medienkritiker-Trio mit Katharina Bracher, Peer Teuwsen und Michael Furger. «Wir setzen neu also auf einen externen Autor. Das gibt ihm und uns neue Freiheiten», so Bernet. Bracher, Teuwsen und Furger würden wie bis anhin in ihren angestammten Bereichen tätig bleiben.

Wenig öffentliche Kritik an Journalisten

«Generell scheint die Bereitschaft von Schweizer Journalisten, sich kritisieren zu lassen, nicht gross zu sein», sagt Grob auf Anfrage. Der «Schweizer Monat», wo der 42-Jährige seit Anfang Jahr zu 100 Prozent als stellvertretender Chefredaktor tätig ist, betreibt eine öffentliche Blattkritik (persoenlich.com berichtete). «Wir versprechen uns davon Einsichten über unsere Fehler und hoffen, mit diesen Einsichten in Zukunft besser zu werden», so Grob.

Er selber sei in den zwölf Jahren, in denen er Medienkritik betreibe, nur einmal von einer Schweizer Redaktion zu einer Blattkritik eingeladen worden. «Einstecken können nämlich viele nicht. Wie manche von ihnen, die täglich ohne besondere Zurückhaltung über Politiker, Sportler und Manager richten, zu weinerlichen Mimosen werden, wenn die Kritik für einmal sie selbst trifft, ist faszinierend», sagt Grob. Dabei sei die Lage eindeutig: Wer öffentlich arbeite, soll öffentlich kritisiert werden. Dass Journalisten andere Journalisten kaum öffentlich kritisieren, liege vielleicht auch daran, dass sie denen öfters über den Weg laufen im Alltag. «Ausserdem könnte fast jeder zu einem künftigen Vorgesetzten werden. Da lästert man offenbar lieber privat statt öffentlich zu kritisieren», so Grob weiter.

Das Angebot der «NZZ am Sonntag» habe Grob gerne angenommen. «Über was ich schreiben werde, wird sich ergeben. Stoff für Medienkritik gibt es ja täglich genug», sagt er. Grob wird von der NZZaS nicht angestellt, sondern bezieht ein fixes Honorar für seine Kolumne.

 



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