12.03.2018

Abbau bei der SDA

Redaktion protestiert mit wegbröckelndem Logo

Die Belegschaft der Nachrichtenagentur wehrt sich mit einer weiteren Aktion gegen den Stellenabbau. Unter dem Motto «Die SDA löst sich auf» bildeten in Bern rund 40 Journalisten den SDA-Schriftzug.

Am Montagmittag hat die Belegschaft der SDA auf dem Waisenhausplatz in Bern eine Protestaktion durchgeführt. Unter dem Motto «Die SDA löst sich auf! – Abbau stoppen» haben rund 80 Mitarbeitende und Unterstützter den Schriftzug der Nachrichtenagentur gebildet und langsam wegbröckeln lassen.

Die Aktion sei eine direkte Reaktion auf die weiter andauernde Planlosigkeit der Direktion, die am vergangenen Donnerstag an einer Aussprache mit der Chefredaktion bestätigt worden sei, schreiben die Organisationen Impressum und Syndicom in einer Mitteilung. Zudem protestiere die Redaktion gegen den Abbau, der bereits in vollem Gang sei und die Aufrechterhaltung des heutigen SDA-Dienstes unmittelbar gefährde. 15 Mitarbeitende hätten seit Januar die Kündigung erhalten, Dutzende weitere eine Änderungskündigung in Form einer Pensenreduktion.

«Die Motivation der Mitarbeitenden ist zum Teil sehr niedrig», sagt Sebastian Gänger, Sprecher der Redaktionskommission der SDA gegenüber dem Portal nau.ch. Das Vertrauen in die Direktion und die direkten Vorgesetzen sei angeschlagen oder ganz weg. Dennoch versuche man den täglichen Dienst so gut es gehe aufrechtzuerhalten.


Das SDA-Management hat die Mitarbeitenden letzte Woche an Informationsanlässen über ihre Zukunftspläne informiert. Dabei wurde laut Impressum und Syndicom klar: Das Management wolle schon vor der Schlichtung bei der eidgenössischen Einigungsstelle vollendete Tatsachen schaffen und den Abbau durchziehen.

«Wir erwarten konkretere Zeichen des Verwaltungsrats und der Direktion - auch kommunikativer Art», fügt Gänger an. Wenn an der Mitarbeiterinformation von «Visionen», nicht aber von einem «Rezept» die Rede sei, sei das nicht gerade förderlich für die Mitarbeitermotivation.

Wie Betrieb aufrechterhalten?

Bei der SDA herrscht zurzeit Unklarheit darüber, wie der SDA-Betrieb in den kommenden Wochen und Monaten aufrechterhalten werden kann. Grund dafür sind neben dem bereits beschlossenen Abbau die grosse Anzahl «freiwilliger» Kündigungen von Kolleginnen und Kollegen, wie Impressum und Syndicom schreiben. Die Arbeitspläne könnten derzeit nur mit Verspätung und mit grossen Fragezeichen erstellt werden. Niemand scheine zu wissen, wann welcher Mitarbeitende mit wie vielen Stellenprozenten angestellt sei oder nicht beziehungsweise ab wann die Kündigungen wirksam würden. Eine offizielle Kommunikation zwischen Direktion und Redaktion findet derzei nicht statt.

Mit der Aktion protestieren die Angestellten auch gegen den zu weiten Teilen bereits umgesetzten Abbau. Syndicom und impressum fordern, dass dieser unverzüglich sistiert wird, bis die Arbeiten mit der eidgenössischen Einigungsstelle abgeschlossen sind. Die Belegschaft fordert vom Management eine erkennbare Zukunftsstrategie, eine Reduktion des Stellenabbaus und einen anständigen Sozialplan für von einer Entlassung betroffenen Angestellten. (pd/wid)



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