14.06.2018

Mediapulse

Probleme mit den Messuhr-Mikrofonen

Bei der neuen Radiomessung ist es in den Monaten Januar und Februar zu Unregelmässigkeiten gekommen: Die Mikrofone waren verschmutzt. Darum konnte Mediapulse zwei Monate lang nicht korrekt messen.
Mediapulse: Probleme mit den Messuhr-Mikrofonen
Die Mikrofone bei einem Teil der Messuhren zeigten sich anfällig für Verschmutzungen. (Bild: zVg.)

Einen Monat vor der Publikation der ersten Nutzungsdaten hat sich die Radiobranche der Schweiz am Donnerstag in Bern getroffen. Mediapulse stellt der Branche neu eine Radiowährung zur Verfügung, die «zukunftsfähig und innovativ ist und auf einer genaueren Messung beruht», wie es in einer Mitteilung heisst. Vor den gut 70 geladenen Gästen räumte Geschäftsführerin Tanja Hackenbruch jedoch ein, dass sich die Mikrofone bei einem Teil der Messuhren anfällig für Verschmutzungen zeigten. Aus diesem Grund kam es in den Monaten Januar und Februar 2018 zu Messausfällen. Diese Unregelmässigkeit im Regelbetrieb konnte laut Mitteilung behoben werden. Allerdings hat Mediapulse nach Rücksprache mit dem Radiomarkt entschieden, die Nutzungsdaten der betroffenen Monate aus Qualitätsgründen nicht als Währung freizugeben.

Einen ersten Einblick in die Nutzungswerte des neuen Messsystems ExplorRadio gewährte Mirko Marr. Der Mediapulse-Forschungsleiter legte dar, dass im neuen Messsystem das Reichweitenniveau für die Gattung Radio zwischen drei und vier Prozentpunkten unter dem Messwert des Vorgängersystems liegt. Gleichzeitig erfasst die neue Forschung pro Hörer etwa fünf Minuten mehr Nutzungsdauer. Marr erinnerte dabei nochmals daran, dass die Unterschiede in den Nutzungsdaten zwischen altem und neuem Messsystem zu einem grossen Teil den technischen und methodischen Innovationen der Systemumstellung geschuldet seien. Eine Veränderung der tatsächlichen Radionutzung dürfe daraus nicht abgeleitet werden.

Erstmals werden die mit dem neuen Messsystem gewonnenen Daten am 10. Juli publiziert. Im Rahmen einer Branchenkonvention sind Mediapulse und die Radioveranstalter übereingekommen, bis zu diesem Zeitpunkt keine Ergebnisse von einzelnen Sendern oder Sendergruppen zu veröffentlichen.


Auch «Swiss Media Data Hub» ist gestartet

Auch das von Mediapulse und Wemf gemeinsam initiierte Projekt «Swiss Media Data Hub» beginnt mit der Umsetzung, wie es in einer weiteren Mitteilung heisst. Das Team um Projektleiter Marcus Föbus starte dieser Tage mit der ersten probeweisen Datenerhebung.

In einem ersten Schritt würden Publisher testweise den Tag von ComScore implementieren, um mit den gewonnenen Daten die notwendige Modellentwicklung voranzutreiben. Ab der zweiten Jahreshälfte 2018 erfolge dann der definitive Tag-Einbau «in allen Angeboten der Vertragspartner wie Websites und Apps», wie es heisst. (pd/cbe)

 



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