08.10.2017

Ringier Axel Springer Schweiz

«Le Temps» gewinnt «Online Journalism Award 2017»

Die Westschweizer Tageszeitung ist in Washington für ihre innovativen Projekte im digitalen Bereich ausgezeichnet worden.

Die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» ist am Samstagabend (Ortszeit) in Washington für ihre innovativen Projekte im digitalen Bereich mit dem renommierten «Online Journalism Award» ausgezeichnet worden. Als einziges nicht-amerikanisches Medium gewinnt «Le Temps» den ersten Preis in der Kategorie «Excellence in Online Journalism», in der Kategorie «Medien mittlerer Grösse». Die weiteren Finalisten im Rennen um den Preis waren ProPublica und «San Antonio Express-News», wie Ringier mitteilt.


«Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, uns gegen grosse internationale Titel durchzusetzen. Diese Auszeichnung zeigt, dass wir mit unserer Digitalstrategie auf dem richtigen Weg sind», wird Gaël Hurlimann, Chefredaktor Digital «Le Temps», in der Mitteilung zitiert.

In mehrfacher Hinsicht überzeugt

Bereits letztes Jahr war «Le Temps» unter den Finalisten für den renommierten «Online Journalism Award» (ONA). Dieses Jahr überzeugte «Le Temps» laut eigenen Angaben gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen mit hochwertigen journalistischen Onlinebeiträgen, die sich auszeichnen durch eine Kombination aus starken Inhalten und multimedialen Elementen wie Videos, Fotos, Audio, Animationen und Infografiken. Eine umfassende Reportage zu Schweröl, die als Multimedia-Grossformat präsentiert wurde, war bereits im April bei den «Swiss Press Awards 2017» als bestes digitales Journalismusprojekt prämiert worden (persoenlich.com berichtete).

Zum anderen entwickelte «Le Temps» mit «Zombie» ein Tool, das es ermöglicht, bereits publizierte Inhalte zum idealen Zeitpunkt wieder in Umlauf zu bringen und auf diese Weise neuen Lesern zugänglich zu machen. «Das Tool misst mittels vordefinierter Kriterien die Relevanz aller publizierten Beiträge und das Engagement der User auf Social Media. Auf Basis dieser Daten unterbreitet ‹Zombie› der Redaktion Artikelvorschläge, die vertiefende Hintergrundinformationen zu tagesaktuellen Themen bieten. Die vorgeschlagenen Inhalte können anschliessend erneut publiziert werden, entweder auf der Website letemps.ch oder auf Social Media», so Projektleiter Jean Abbiateci.

Eindrückliche Interaktion

Beeindruckt zeigte sich die Jury auch von der Interaktion zwischen «Le Temps» und seinen Lesern. Über Social Media hat die Redaktion verschiedene Formate für einen direkten Austausch lanciert, unter anderem monatliche Facebook-Live-Events mit Journalisten, die soeben von einer Reportage zurückgekehrt sind (zum Beispiel mit einem Sonderberichterstatter, der gerade im Irak war), die Video-Serie «Booktube», in der Redaktion und User über ihre Lieblingsbücher diskutieren, sowie Video-Schulungen, in denen die Leser beispielsweise lernen, wie sie Fake News erkennen.

Die «Online Journalism Awards» werden jährlich von der amerikanischen «Online News Association» verliehen, der weltweit grössten Vereinigung für Onlinejournalismus. Hier finden Sie alle Gewinner. (pd/cbe)



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