20.10.2015

MUI-Studie

Junge nutzen Snapchat statt Facebook und Video on Demand

Laut "Media Use Index 2015" nutzen mittlerweile 85 Prozent der Schweizer das mobile Internet.
MUI-Studie: Junge nutzen Snapchat statt Facebook und Video on Demand

Das mobile Internet wird noch wichtiger werden und macht der klassischen Mediennutzung stärkere Konkurrenz. Daher kommt es zu Verschiebungen bei Social Media, wo bei den Jungen neue Plattformen wie etwa Snapchat oder Instagram kontinuierlich an Relevanz gewinnen, während die Wichtigkeit von Facebook rückläufig ist. Zu diesen und weiteren Schlüssen kommt der "Media Use Index" (MUI), welchen die Y&R Group Switzerland bereits zum siebten Mal durchgeführt hat. Am Dienstagabend wurde die MUI-Studie in Zürich vorgestellt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse: 

1. Die mobile Internetnutzung wächst weiter: 85 Prozent der Schweizer surfen mit ihrem Smartphone im Netz, 48 Prozent übers Tablet. Zudem wird auch Streaming und Video on Demand populärer. Daneben stagnieren klassische Medien wie TV, Radio, Bezahl und Gratis-Zeitungen stagnieren. Am stärksten ist das Wachstum bei der mobilen Internetnutzung bei den Silver Surfern. 71 Prozent der über 55-Jährigen surfen mittlerweile mit einem mobilen Gerät im Netz. Das entspricht einen Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2014: 64%).

Fast jeder besitzt ein Smartphone oder Tablet: 82 Prozent der Bevölkerung besitzen ein eigenes Smartphone. Bei den Digital Natives sind es sogar 91%, während die Silver Surfer mit 70 Prozent weiter aufholen. Tablets sind, wie auch im letzten Jahr, bei den Digital Immigrants am stärksten verbreitet. Über alle Generationen hinweg hat der Besitz von Tablets um 11 Prozent zugenommen und liegt damit neu bei 50 Prozent. 

Digital Natives surfen häufiger via Smartphone als per PC. Bei ihnen ist seit diesem Jahr das Smartphone sogar der häufigste Zugang zum Internet überhaupt: 55 Prozent geben an, dass sie mehr mit dem Smartphone online sind, als mit einem PC. Bei den Digital Immigrants trifft diese Aussage auf 29 Prozent zu und bei den Silver Surfern sind es 16 Prozent. 

 

2. Das Smartphone ist das wichtigste Gerät, während das Tablet nach wie vor eher als Zeit-Gerät wahrgenommen wird. Bei der Wichtigkeit gaben 86% der Bevölkerung an, dass ihnen das Smartphone „wichtig“ bis „sehr wichtig“ ist. Damit verdrängt das Smartphone Desktop-PC und Laptop von der Spitze der Beliebtheitsrangliste.

 

3. News werden immer stärker mobil konsumiert. Während diese "Wachablösung" bei "20 Minuten" bereits letztes Jahr stattgefunden hat, übersteigt dieses Jahr nun auch beim "Blick" der Konsum per Mobile die Print- und Onlinenutzung. Wie die Autoren der MUI-Studie schreiben, steht der "NZZ" dieser Wechsel "wohl sehr bald bevor." Insgesamt lesen 80 Prozent der Smartphone-Nutzer zumindest gelegentlich Zeitung per Mobile (2014:78%). 

 

4. Für Digital Natives ist Whatsapp die wichtigste Social-Media-Plattform. 76% der Digital Natives bewerten Whatsapp mit "wichtig" bis "sehr wichtig". Facebook scheint den Negativtrend der Vorjahre vorerst gestoppt zu haben und kann erstmals seit 2012 wieder an Relevanz zulegen, was "höchstwahrscheinlich unter anderem auch auf die Verbesserung der Mobile Experience zurückzuführen ist", wie die Autoren schreiben. Etwas unscheinbar zeige sich Snapchat, das 18 Prozent der Digital Natives als "wichtig" bis "sehr wichtig" erachten. Bei genauerem Hinsehen zeige sich aber, dass ganze 59 Prozent der der 14- bis 19-Jährigen die Mobil-App als wichtig bezeichnen. Damit ist Snapchat in diesem Bereich nahezu gleichauf mit Instagram, welche im gleichen Segment eine Wichtigkeit von 61 Prozent erreicht. 

 

5. TV-Inhalte werden immer öfter gestreamt oder zeitversetzt konsumiert. Die Nutzung von Live TV und Downloads für den Konsum von TV-Inhalten verändert sich hingegen nur marginal. Über alle Altersklassen hinweg betrachtet, streamen sogar 84 Prozent all jener, die TV schauen, zumindest fallweise. 

 

6. In Sachen E-Commerce verdrängt die SBB verdrängt den Online-Marktplatz ricardo.ch vom Spitzenplatz und liegt neu mit 34 Prozent an erster Stelle der Schweizer Onlineshops. Auf Rang 3 folgt Zalando, knapp vor ticketcorner.ch:

 

7. Ausblick: Bei all diesen Entwicklungen, fragt die Branche bereits nach den nächsten Trends. Laut den Studien-Autoren gehen die nächsten Schritte Richtung "Mobile Payment".

Denn bereits würden einige Retailer Apps anbieten, um Kreditkartenangaben zu hinterlegen und damit bezahlen zu können. Bereit 23 Prozent der Digital Natives geben an, schon mindestens einmal per Smartphone ihre Einkäufe bezahlt zu haben. 

 


Die Studie "Media Use Index" untersucht das Mediennutzungs- und Informationsverhalten der Schweizer Bevölkerung. Zum Quervergleich unterteilt die Studie die Online-Bevölkerung in drei Generationen: "Digital Natives" (14 bis 29 Jahre), "Digital Immigrants" (30 bis 54 Jahre) und "Silver Surfer" (ab 55 Jahren). Die Analyse wurde 2009 erstmals durch die Y&R Group Switzerland durchgeführt. 2015 erscheint nun die siebte Auflage der Studie. Hierfür wurden 2‘000 Personen zwischen 14 und 69 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz online befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ gemäss den offiziellen Strukturdaten der Schweiz. (pd/eh)

Bild oben: Keystone, Christian Beutler



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