13.03.2018

Fall Rupperswil

Grosses Medieninteresse in Schafisheim

Zum Auftakt des Prozesses gegen den mutmasslichen Vierfachmörder von Rupperswil haben sich 65 Journalistinnen und Journalisten sowie 35 Privatpersonen angemeldet. Vor dem Eintritt in den Saal der Kantonspolizei gab es Sicherheitschecks.
Fall Rupperswil: Grosses Medieninteresse in Schafisheim
Medienschaffende bringen ihre Kameras vor dem Gebäude der Kantonspolizei in Schafisheim in Position. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Wenige Minuten vor Prozessbeginn ist am Dienstagmorgen im Gerichtssaal in Schafisheim AG der mutmassliche Vierfachmörder von Rupperswil als Beschuldigter in den Saal geführt worden. Er hat seinen Platz seitlich vor dem Richtertisch. Vor dem Eingang nahm ihm ein Polizist die Handschellen ab. Der Beschuldigte erschien in gepflegtem, grauem Hemd und Jeans. Die Haare hat er kurz geschnitten. Das Gesicht ist schmaler, als es auf den Fotos war, die nach der Verhaftung in den Medien erschienen waren.

Der Prozess gegen den mutmasslichen Vierfachmörder von Rupperswil stösst auf riesiges Interesse. Rund 65 Medienschaffende und ein paar Dutzend Privatpersonen haben sich angemeldet. Die Aargauer Kantonspolizei führte genaue Kontrollen durch. Wie am Flughafen musste jede und jeder vor dem Eintritt in den Saal durch einen Sicherheitscheck: Ausweise überprüfen, Metalldetektoren, Blick und Griff in die Tasche.

Nummerierte Plätze im Saal

Schon mehr als eine Stunde vor Verhandlungsbeginn waren die ersten Journalisten vor Ort. Langsam füllte sich der Saal. Jeder hat einen nummerierten Platz zugewiesen bekommen. Laptops wurden hochgefahren, die Zeichnerinnen und Zeichner richteten ihre Arbeitsplätze ein. Man sitzt eng nebeneinander. Es war sehr ruhig in dem grossen Saal der Kantonspolizei in Schafisheim, wo das Bezirksgericht Lenzburg in dieser Woche tagt, weil der Raum im Bezirksgericht zu klein ist. Man unterhielt sich mit gedämpften Stimmen.

Eine halbe Stunde vor Verhandlungsbeginn wurden nach den Medienschaffenden auch die Zuschauer eingelassen. Die ersten Richter und Anwälte trafen ein. Ordner stapeln sich auf den Tischen. In der Mitte des Richtertischs steht das Symbol der gerechten Justiz eine Waage mit zwei Schalen. Eine Viertelstunde bis Prozessbeginn trafen die Angehörige der Getöteten ein. Sie haben mit ihren Rechtsvertretern Plätze in der vordersten Reihe, direkt gegenüber dem Richtertisch.

Viertägiger Prozess

Der Prozess gegen den geständigen Angeklagten, der sich im vorzeitigen Strafvollzug befindet, dauert voraussichtlich vier Tage. Das Bezirksgericht Lenzburg tagt in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim - unweit des Tatorts in Rupperswil. Grund dafür sind Platzprobleme und vor allem Sicherheitsfragen.

Der Schweizer ist wegen mehrfachen Mordes angeklagt. Er muss sich zudem verantworten wegen mehrfacher räuberischer Erpressung, mehrfacher Geiselnahme, mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher sexueller Nötigung, Brandstiftung sowie mehrfacher strafbarer Vorbereitungshandlungen. Die Staatsanwaltschaft wird das beantragte Strafmass erst an der Gerichtsverhandlung bekanntgeben. Der 34-Jährige muss mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und einer Verwahrung rechnen. Aus der Anklageschrift geht nicht hervor, wie die Ermittlungsbehörden letztlich auf den Mann kamen. (sda/wid)



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