22.01.2018

Mediapulse

FM1 rückt auf Platz zwei der Privatradios vor

Energy Zürich sitzt als meistgenutzter Privatsender fest im Sattel. Radio 24 hat im letzten Halbjahr Hörer verloren und rutscht – hinter FM1 – auf Platz drei. Dies besagen die neuen Mediapulse-Zahlen. Das Medium bleibt beliebt: 85 Prozent der Deutschschweizer hören täglich Radio.
Mediapulse: FM1 rückt auf Platz zwei der Privatradios vor
Eine Moderatorin von FM1 im Studio. (Bild: zVg.)
von Michèle Widmer

In den Top drei der meistgenutzten Privatradios kommt es zu einer Veränderung. Während Energy Zürich auch weiterhin den Thron besetzt, holt FM1 auf und lässt Radio 24 auf Platz drei zurück. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des Mediapulse Radiopanels für das zweite Semester 2017.

Obwohl sich Energy Zürich auf Platz eins halten kann, hat der Sender im letzten halben Jahr Reichweite eingebüsst. Aktuell erreicht der Sender 259'470 Hörerinnen und Hörer am Tag (-14'940). Als einer der wenigen Sender zulegen – und damit einen Platz gutmachen – konnte FM1. Der Ostschweizer Sender hatte im letzten halben Jahr durchschnittlich 229'160 Zuhörer am Tag, rund 2000 mehr als im Semester davor. Radio 24 hingegen muss einen kräftigen Hörerrückgang hinnehmen. Bei aktuelle 225'640 Hörern sind das rund 25'000 Menschen weniger am Tag. Für die oben genannten Zahlen wurde die Bevölkerung in der Deutschschweiz am 15 Jahren von Montag bis Sonntag während 24 Stunden berücksichtig.

«Ganz nah bei den Hörern»

Bei FM1 freut man sich über die guten Zahlen. Geschäftsführer André Moesch führt den Erfolg des Radios auf die konsequente Umsetzung der Programmphilosophie zurück. «FM1 ist ganz nah bei seinen Hörerinnen und Hörern, ohne sich anzubietern», wird er in einer Mitteilung zitiert. Viel trage mittlerweile auch das eigene Onlineportal FM1Today bei.

Nebst FM1 konnten noch weitere private Radiosender zulegen. So erreichte Central im letzten halben Jahr täglich 194'940 Hörerinnen und Hörer, was einem Plus von knapp 13'000 entspricht. Auch Radio Sunshine (+15'500) konnten zulegen (siehe Grafik unten).





Mit Abstand die meisten Hörerinnen und Hörer erreichen die SRG-Radiosender SRF 1 und SRF 3. Rund 1,5 Millionen Menschen hören täglich SRF 1, während es bei SRF 3 etwa 1,1 Millionen sind. Die Hörerzahl steigern konnten im letzten halben Jahr SRF Virus (108'020) und Radio Swiss Pop (329'750) (siehe Grafik unten).




5,9 Millionen Personen ab 15 Jahren werden laut Mediapulse in der Schweiz an einem Durchschnittstag durch das Medium Radio erreicht. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp 84 Prozent. In der Deutschweiz liegt dieser Wert bei 85 Prozent. In der Suisse romande etwas darunt (82 Prozent) und in der italienischsprachigen Schweiz etwas darüber (87 Prozent).

Im Trendvergleich zum zweiten Semester 2016 belegen die aktuellen Zahlen einen Rückgang der Radioreichweiten in allen drei Sprachregionen um jeweils etwa einen Prozentpunkt, wie Mediapulse schreibt. Die durch das Radio realisierten Kontakte seien aber alles andere als flüchtig. Dies belegen die Werte des Mediapulse Radiopanels zur täglichen Nutzungsdauer. Personen, die sich dem Radio zuwenden, verbringen in der Deutschschweiz und in der Svizzera italiana im Schnitt 114 Minuten, also knapp zwei Stunden, mit der Nutzung der verschiedenen Radiosender.

Die Hörer in der Suisse romande haben ihren traditionell niedrigeren Radiokonsum im Vergleich zum zweiten Semester 2016 nochmals um 3 Minuten reduziert und kommen nun auf eine tägliche Hördauer von 96 Minuten. Im Gegensatz dazu bleibt das Nutzungsvolumen in der Deutschschweiz im Vergleich zur Vorjahresperiode stabil.

Nationale Marktanteile

Stabile Verhältnisse zeigen sich auch beim Blick auf die Marktanteile der einzelnen Sendergruppen. Die Sender der SRG SSR führen das entsprechende Ranking in allen drei Landesteilen an: in der Svizzera italiana mit 74 Prozent, in den anderen beiden Landesteilen mit jeweils 64 Prozent Marktanteil. Jenseits der SRG SSR-Sender dominieren die einheimischen Privatradios über die ausländische Konkurrenz. In der Deutschschweiz entfällt mit einem Marktanteil von 31 Prozent fast jede dritte Nutzungsminute auf die Schweizer Privatradios. In der Suisse romande ist es gut jede vierte Minute (26 Prozent) und in der Svizzera italiana fast jede fünfte Minute (18 Prozent). Ausländische Radios haben im Vergleich dazu einen schweren Stand. Deren Marktanteil bewegt sich zwischen 5 Prozent in der Deutschschweiz und 10 Prozent in der französischsprachigen Schweiz.

Zweimal jährlich veröffentlicht Mediapulse die offiziellen Nutzungszahlen des Schweizer Live-Radiokonsums via Kabel, UKW, DAB+ und Internet der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung ab 15 Jahren. Die Daten aus dem Mediapulse Radiopanel gelten als offizielle Schweizer Radiowährung und werden von den Radiosendern für die Programmoptimierung und von der Werbewirtschaft für den zielgruppengerechten Verkauf von Werbespots verwendet.

Ab 2018 wird die bestehende Schweizer Radiowährung modernisiert, wie Mediapulse mitteilt. Dabei kommt weiterhin eine Messuhr, die sogenannte Mediawatch, zum Einsatz, welche den Radio-Konsum des Trägers akustisch erfasst. Neben der in Design und Technologie optimierten Mediawatch 4 wird zusätzlich die Einführung einer Mess-App getestet. Die neue Forschungstechnologie, welche zu einer verbesserten Datenstabilität und schnelleren Datenverfügbarkeit führt, wird seit 1. Juli 2017 im Rahmen eines Parallelbetriebes zur bestehenden Messung getestet. Die definitive Umstellung erfolgte auf den 1. Januar 2018, erste Zahlen gibt es in einem halben Jahr.



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Kommentare

  • Heinrich Hertz, 22.01.2018 19:21 Uhr
    SRG wird am meisten gehört? Na, so was: Bei diesen völlig ungleichen technischen Verbreitungsgebieten und sendeleistungsmässigen und standortmässigen Bevorzugung der SRG-Sendeanlagen ja wohl klar.

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