14.02.2018

No Billag

«Es geht grundsätzlich um die Befangenheit»

Die SRG sollte die Gesprächsleitungen zu «No Billag» nicht den SRF-Leuten überlassen, kritisiert Filippo Leutenegger. Der ehemalige SRF-Mann hat am Montag für den Gewerbeverband die «Arena Fokus KMU» moderiert.
No Billag: «Es geht grundsätzlich um die Befangenheit»
Er war Chefredaktor des Schweizer Fernsehens und moderierte 1993 bis 1999 die «Arena»: Filippo Leutenegger. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
von Edith Hollenstein

Herr Leutenegger, warum haben Sie die Moderationsanfrage des Gewerbeverbandes angenommen?
«No Billag» ist ein wichtiges medienpolitisches Thema, ich kenne mich damit sehr gut aus, und da wollte ich etwas zur Meinungsbildung beitragen.

Mit welchem Ziel gingen Sie in diese Sendung?
Dass die Zuschauenden am Schluss Pro und Contra aus erster Hand erfahren und die Meinungsträger sehen und hören.

Welche Vorgaben hatte der Gewerbeverband gemacht?
Die Sendezeit war auf 40 Minuten beschränkt. Das war die einzige Vorgabe.

Hätten Sie die «SRF-Abstimmungsarena» vom letzten Freitag unabhängiger moderieren können, als es Jonas Projer getan hatte?
Zu dieser umstrittenen «Arena» kann ich mich nicht äussern, da ich noch nicht dazu gekommen bin, sie mir anzusehen. Es geht aber ganz grundsätzlich um die Befangenheit von SRG-Moderatoren. Die SRG sollte die Gesprächsleitung von Sendungen zu «No Billag» an einen externen Moderator vergeben. Das wäre für die Glaubwürdigkeit der SRG wertvoll.

Wer käme da in Frage? Sie?
Das ist ein Entscheid der SRG.



Ist es nicht widersprüchlich, wenn Sie als Initiativ-Gegner und ehemaliger SRF-Mann sich von den No Billag-Befürwortern einspannen lassen?
Nein, ich betrachte die Sendung als Beitrag an eine ausgewogene Meinungsbildung.

Was für eine Entschädigung erhielten Sie für die Moderation?
Keine.

Daneben – oder hauptsächlich – sind Sie im Zürcher Wahlkampf. Wie machen Sie Werbung?
Ich setze auf den persönlichen Einsatz und gehe zu den Menschen. Und zwar immer, nicht nur während des Wahlkampfs.

Ihre Prognose: Wie wird «No Billag» ausgehen?
Die Vorlage wird mit Sicherheit abgelehnt.

... und die Stadtratswahl?
Das ist offen. Der Ausgang der Wahlen ist deshalb für mich persönlich spannender als die der No-Billag-Abstimmung.

Was machen Sie am 4. März?
Ich bin an der Handball-Schüeli als Trainer der Mannschaft meiner Tochter im Einsatz. Danach gebe ich Interviews.

 


*Filippo Leutenegger hat die Fragen schriftlich beantwortet.  

 



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