12.04.2017

Project R

Das digitale Magazin heisst «Republik»

Das Start-up hat in Bern den Namen des Mediums enthüllt. Die Publikation soll leserfinanziert und ohne Werbeeinnahmen funktionieren. Pro Tag sollen drei Meldungen publiziert werden. Wie bei der Ausrufung einer Republik üblich, wurde dazu auch ein Manifest veröffentlicht.
Project R: Das digitale Magazin heisst «Republik»
In Bern präsentierte das «Project R»-Team den Namen des digitalen Magazins: «Republik». Ist das Crowdfunding erfolgreich, geht «Republik» Anfang 2018 an den Start. (Bilder: Keystone/Anthony Anex)

«Republik» heisst das digitale Magazin, das die Verantwortlichen von «Project R» herausgeben wollen. Es soll nicht von Verlagen, sondern von der Leserschaft abhängig sein. Demnächst beginnt ein fünfwöchiges Crowdfunding, das über das Schicksal entscheidet. Bereits vor ein paar Jahren hätte ein «Republik»-Magazin erscheinen sollen.

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Den Namen des digitalen Magazins haben die Verantwortlichen von «Project R» am Mittwoch in Bern bekanntgegeben. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Am 12. April 1798 wurde die Helvetische Republik gegründet.

Wie bei der Ausrufung einer Republik üblich, haben die Verantwortlichen des Start-ups – dahinter stehen die Journalisten Constantin Seibt und Christof Moser – dazu ein Manifest veröffentlicht. «Das Manifest hält fest, wie wir von ‹Project R› die Rolle des Journalismus für eine freiheitliche Gesellschaft verstehen», heisst es im Newsletter. Es sei zeitlos und für die Ewigkeit geschrieben.

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«In Amerika, in der Türkei und zunehmend auch hierzulande ist es der republikanische Gedanke – das Gemeinwohl, der freie Wettbewerb –, der angegriffen wird», sagte Mitgründer Christof Moser zur Nachrichtenagentur SDA. «Res Publica – die öffentliche Sache. Welcher Name wäre passender für ein solches Magazin?», sagte er.

Der Name ist denn auch nicht ganz unbefleckt: Bereits im Frühjahr 2010 sollte unter dem Titel «Republik» ein «neues Magazin für eine neue Zeit» erscheinen. Es entstand eine 16-seitige Tabloid-Zeitung als Nullnummer. Crossmediale Inhalte und Plattformen waren vorgesehen. Zum Kernteam gehörte auch Moser. «Republik» wollte der Zeit voraus sein – und scheiterte.

Moser sieht darin kein schlechtes Vorzeichen: «Das kann man als Jugendprojekt von mir betrachten, die Auflage betrug rund 2000 Exemplare.» Er habe immer wieder neue journalistische Projekte gestartet. Den Namen «Republik» habe er bei der Namensfindung eingebracht.

Die neue «Republik» soll ein unabhängiges Magazin werden, das Informationen grundsätzlich einordnet. «Die Leserschaft hat keine Zeit, sich um die Welt zu kümmern und die Geschehnisse selber einzuordnen. Wir machen das für sie», sagte Mitinitiant Constantin Seibt.

Drei Meldungen am Tag

«Republik» soll leserfinanziert und ohne Werbeeinnahmen funktionieren. Dafür wird am 26. April ein Crowdfunding lanciert, das dem Team als Markttest dient. «Während der Arbeiten am Projekt haben wir gemerkt, dass es eine grosse Frage gab. Nämlich: Was ist der Markt?», sagte Seibt.

Wer 240 Franken bezahlt, erhält ein Jahresabonnement und ist Mitglied der Genossenschaft, sagte Richard Hoechner, der Zuständige für Community und Events. So bekomme man Zugang zu den rund drei Meldungen, die pro Tag publiziert werden. Dieser Zugang könne mit Freunden geteilt werden.

Damit das Magazin überhaupt erscheinen kann, braucht es rund 3000 Personen, die an das Projekt glauben. Zusammen mit den rund 3,5 Millionen Franken von Investoren, die bereits bis Mitte März zugesprochen wurden, ergibt dies ein Startkapital von 4,2 Millionen Franken (persoenlich.com berichtete). Wer die Investoren sind, wird am 26. April bekannt.

Das digitale Magazin «Republik» hat mit republik.ch bereits eine Homepage. Die «Project R»-Genossenschaft findet sich wie bisher hier. Ist das Crowdfunding erfolgreich, geht «Republik» Anfang 2018 an den Start. (sda/pd/tim)



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