09.04.2018

Publicitas

Verleger vor der Gründung eines Auffangnetzes

Mehrere Verlagshäuser stehen laut einem Bericht kurz davor, die in Bedrängnis geratene Werbevermarkterin Publicitas abzusichern. Seit Anfang 2017 würden dazu Gespräche laufen, heisst es bei Tamedia.
Publicitas: Verleger vor der Gründung eines Auffangnetzes
Die finanzielle Situation der Publicitas ist den Verlegern nicht mehr sicher genug. (Bild:Keystone/Laurent Gillieron)

Um weiterhin eine professionelle Abwicklung der Printwerbung garantieren zu können, stehen diverse Verleger offenbar kurz vor der Gründung einer gemeinsamen Auffanggesellschaft wegen der Publicitas, wie der «Klein Report» am Wochenende berichtete. Ausstände der Vermarkterin zugunsten von Medienunternehmen hätten etwa Pietro Supino dazu bewogen, über ein solches Projekt nachzudenken. Daran beteiligt sollen nebst Tamedia auch die NZZ-Gruppe, die AZ-Medien und verschiedene Tessiner Verleger sein. Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer bestätigte am Montag in einer kurzen Meldung des «Tages-Anzeigers», dass es seit Anfang 2017 Gespräche dazu gebe.

Die Verlage sind seit Jahren eng mit der Publicitas und der vormaligen Publigroupe verbandelt; viele liessen ihre Medienprodukte und Anzeigen vom Unternehmen verkaufen. Mit dem Rückgang der Printumsätze kamen nicht nur die Verlage in Bedrängnis, sondern auch die Vermarktungsunternehmen wie Publicitas. Die unerfreuliche finanzielle Situation der Publicitas soll auch mit der kurzzeitigen Besitzerin Aurelius zu tun haben: Die Finanzgesellschaft habe mit dem Kauf und Wiederverkauf etwa 40 Millionen Franken verdient, so der «Klein Report».

Die Verlage haben gemäss Christoph Zimmer kein Interesse an einem Ende der Publicitas. Eher sei die Auffanggesellschaft gedacht für den Fall, dass die Vermarkterin zahlungsunfähig werden oder gar in Konkurs gehen sollte. Denis Gheysen, CEO bei Publicitas, kann sich den Zeitpunkt der Gründung nicht erklären, weil «wir eine Working-Capital-Finanzierung abgeschlossen haben und die Rückstände somit langsam abgebaut werden», wie er gegenüber dem Branchenportal sagt. Gemäss dem «Klein Report» ist die Gründung der Auffanggesellschaft bestätigt worden, aber «aus juristischen Gründen» wollten die Beteiligten keine öffentliche Auskunft geben. (maw)



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