10.08.2017

Kritisierte SBB-Promotion

Schon 20 «Füchsinnen» haben sich gemeldet

Die Werbeaktion der SBB stösst bei jungen Frauen auf Interesse. Juso-Präsidentin Tamara Funiciello kritisiert die Kampagne in einem Bericht derweil scharf.
Kritisierte SBB-Promotion: Schon 20 «Füchsinnen» haben sich gemeldet
Ein Perron am Bahnhof Winterthur. (Keystone)

Die SBB hat über ein Stelleninserat junge Akademikerinnen gesucht, die als «schlaue Füchsinnen» für Entlastungszüge während der Hauptverkehrszeit werben. Die Suche war bereits erfolgreich, zahlreiche Studentinnen meldeten sich. Terre des Femmes bezeichnet die Aktion als fragwürdig.

Zwanzig Frauen hätten sich bisher auf die Ausschreibung gemeldet, teilte ein SBB-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Zwei Personen brauche es für diese Aktion. Mit Betonung auf Personen: «Es dürfen sich selbstverständlich auch Füchse melden.» Ob sich diese in das Kostüm werfen würden, ist allerdings fraglich. Neben einem Fuchsschwanz müssen die «schlauen Füchse» auch einen Haarreif tragen, an dem Fuchsohren befestigt sind.

Die Organisation Terre des Femmes Schweiz hatte die Werbeaktion am Mittwoch gegenüber der «Handelszeitung» als «fragwürdig» und «sexistisch» bezeichnet (persoenlich.com berichtete). Dies vor allem deshalb, weil sich die Ausschreibung ausschliesslich an junge Frauen gerichtet habe, sagte Milena Wegelin von Terre des Femmes Schweiz gegenüber der sda.

«Wichtig, dass man darüber diskutiert»

Ob die ganze Aktion dann ebenfalls sexistisch wirke, könne zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht gesagt werden, sagte Wegelin weiter. Dies hänge nicht zuletzt davon ab, wie der Rest des Kostüms aussehe. Immerhin stünden Füchse für Schlauheit, nicht etwa wie Hasen. Sexistische Werbung sei in der Schweiz leider nach wie vor verbreitet. «Es ist wichtig, dass man darüber diskutiert», sagte Wegelin weiter. Es gebe aber noch viel gravierendere Fälle als diese Fuchs-Kampagne. Juso-Präsidentin Tamara Funiciello dagegen ist über die Kampagne empört. Die Aktion sei «unter aller Sau», sagt die 27-Jährige gegenüber blick.ch.

Die «schlauen Füchsinnen» sollen auf dem Perron auf und ab laufen und ein Plakat mit Tipps zum Pendeln in die Höhe halten. Wer die Entlastungszüge zur Hauptverkehrszeit nutze, habe Platz im Zug und sei ein «schlauer Fuchs», so die Werbebotschaft. (sda/tim)

 



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

  • Nico Herger, 10.08.2017 15:03 Uhr
    "Unter aller Sau" ist Funicellos Reaktion, die StudentINNEN (oder Student*innen?) einen Nebenverdienst verbieten will.
  • enrico henrici, 10.08.2017 17:14 Uhr
    Tamara Funiciello sollte Argumente liefern und dies in einer einigermassen gepflegten Sprache. So wie sie sich ausdrückt, fällt die Kritik auf die Absenderin zurück.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang