29.09.2017

Admeira

Agenturen protestieren beim Bundesrat

Durch den Einstieg von Admeira in den Content-Marketing-Markt entstehe ein neues Schwergewicht, das die bestehenden Agenturen substanziell konkurrenzieren werde.
von Edith Hollenstein

Noch mehr Gegenwind für Admeira: Dass die Werbevermarkterin mit ihrer Tochtergesellschaft Adtelier neu in den Markt für Content Marketing, Native Advertising und Storytelling einsteigen will, hat der SRG einiges an öffentlicher Kritik eingebracht, nachzulesen etwa in der «Sonntagszeitung» oder der «NZZ». Nun mischen sich die Content-Marketing-Firmen ein. Sie protestieren gegen diese neue Admeira-Tochter.

Wie der Verband der Schweizer Content-Marketing-Agenturen (Content Marketing Forum, CMF) am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt, hält er es «für höchst problematisch», dass Admeira, an der die SRG massgeblich beteiligt ist, eine Content-Marketing-Agentur gegründet hat. In einem Schreiben an Bundesrätin Doris Leuthard und das Bakom haben die Agenturen den Protest angemeldet. Dieser beziehe sich in erster Linie auf die gebührenfinanzierte und einem Leistungsauftrag unterstellte SRG.

Adtelier sein ein Frontalangriff. Der Markt für Content Marketing sei KMU-dominiert, sehr dynamisch und befinde sich im Wachstum. Durch den Einstieg von Admeira entstehe ein neues Schwergewicht, das die bestehenden Agenturen substanziell konkurrenzieren werde. «Neue Mitbewerber mit starker Marktmacht sind aus unternehmerischer Sicht schmerzhaft. Dass dies im vorliegenden Fall mit staatlicher Unterstützung geschieht, ist für uns höchst problematisch», heisst es in der Mitteilung. «Unsere Kritik richtet sich an die SRG, die massgeblich an Admeira und damit an Adtelier beteiligt ist. Wir sind dezidiert der Meinung, dass es weder dem Leistungsauftrag der SRG oder dem Subsidiaritätsprinzip entspricht, noch im Sinne von Politik und Bevölkerung ist, dass eine gut funktionierende, von KMU geprägte Branche frontal angegriffen, konkurrenziert und damit existentiell geschwächt wird. Dass dies unter Einbezug unserer Gebührengelder erfolgt, ist besonders stossend», schreibt CMF-Präsident Daniel Kaczynski.

Mit dem Schreiben an Bundesrätin Leuthard will das CMF die verantwortlichen Stellen über den Missstand informieren. Kaczynski: «Zudem erhoffen wir uns eine klare Stellungnahme zu den angesprochenen Problemen».



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Kommentare

  • André, 04.10.2017 11:30 Uhr
    Triste constat ! Après les éditeurs qui ne savent qu'attaquer par le biais politique ce qui peut leur être désagréable (ce fut leur politique depuis 1965 (AGW/Publisuisse) voilà un autre groupement qui ne supporte aucune concurrence. C'est si facile de prendre pour cible la SSR et sa redevance !
  • Nico Herger, 04.10.2017 16:33 Uhr
    Ein weiterer Grund, die No-Billag-Initiative anzunehmen. Nur so können dem grössenwahnsinnigen SRG-Staatsmoloch die Flügel gestutzt werden.

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