12.07.2017

Publicis-Gruppe

Leo Burnett zügelt ans Zürcher Bellevue

«The Power of One»: An der Stadelhoferstrasse in Zürich entsteht eine Kommunikationsgruppe mit 230 Leuten. Mit Leo Burnett und Meta Design kommen zwei weitere Agenturen der Publicis Groupe unter ein Dach. Dies führe zu einer «geballten Ladung Kompetenz», sagt Publicis-CEO Thomas Wildberger.
von Christian Beck

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Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern. Nun bestätigen Publicis-CEO Thomas Wildberger und Andy Stäheli, CEO von Leo Burnett, in der aktuellen «persönlich»-Ausgabe, dass sich Publicis, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi und Meta Design schon bald unter einem Dach befinden.

Ende August werde die Agentur Leo Burnett ihren jetzigen Standort beim Friedhof Sihlfeld verlassen und an die Stadelhoferstrasse ins Haus von Publicis ziehen, wie Stäheli gegenüber persoenlich.com präzisiert. Der Umzug von Meta Design erfolgt erst im letzten Schritt. «Der Umzug ist noch nicht genau terminiert, weil die Kapazitäten im Gebäude teilweise noch geschaffen werden müssen», so Wildberger. «Da sich Meta Design aktuell nur wenige Minuten von Publicis entfernt im nahen Seefeld befindet und untereinander bereits seit geraumer Zeit eine rege Zusammenarbeit stattfindet, fühlt es sich heute schon so an, als wären die Kollegen mit im Haus.» Momentan werde – bis zum definitiven Umzug – ein Meta-Design-Büro eingerichtet, «sozusagen eine ständige Vertretung», so Wildberger.

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Nach dem Zuzug von Leo Burnett arbeiten neu 230 Mitarbeiter unter einem Dach. «Der Platz reicht aber aktuell noch nicht, dass alle Tochterunternehmen zu uns ins Haus kommen könnten», ergänzt Wildberger gegenüber persoenlich.com.

Intensivere Zusammenarbeit möglich

Hauptauslöser für diese Neustrukturierung war, dass innerhalb der Publicis-Gruppe mittlerweile viele Agenturen mit vielen Fähigkeiten existieren, die bisher nicht zusammengearbeitet haben. Deshalb wurde die internationale Initiative «The Power of One» ins Leben gerufen. «Die räumliche Nähe, die nun durch ‹The Power of One› entsteht, öffnet im wahrsten Wortsinn Türen für eine produktivere Form der Zusammenarbeit», sagt Wildberger im «persönlich»-Interview.

«Es ist allgemein bekannt, dass heute bei jedem Projekt Experten aus Kommunikation, Digital und Media involviert sein müssen – und zwar von Anfang an», so Wildberger weiter. Die Publicis-Gruppe bestehe in der Schweiz deshalb aus drei Hubs: Publicis Communications mit Kommunikationsagenturen wie Publicis, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi und Meta Design; Publicis Sapient mit den Digitalagenturen Sapient Razorfish und Digitas LBi; und Publicis Media mit Mediaagenturen wie Zenith, Starcom und Mediavest Spark. «All diese Experten auch physisch zu vereinen, führt zu einer geballten Ladung Kompetenz, bei der jeder von jedem profitieren kann, was schliesslich vor allem unseren Kunden zugutekommt», so Wildberger weiter.

Agenturmarken bleiben erhalten

Sämtliche Agenturmarken bleiben trotz der «Züglete» bestehen – und an der Stadelhoferstrasse auch räumlich getrennt. «Jede für sich bleibt also mit ihrer eigenen Kultur, ihrer Philosophie und ihrem Management bestehen», betont Stäheli. Trotz der kompletten Eigenständigkeit hätten jedoch alle Agenturen neu Zugriff auf die unterschiedlichen Kompetenzen, die in der Publicis-Gruppe vorhanden seien. «Der ganze Prozess, also von der Entgegennahme des Briefings bis zum Ende der Laufzeit einer Massnahme, wird von der Kommunikationsagentur moderiert und gesteuert. Der Kunde hat also nicht Dutzende von Ansprechpartnern, denen er immer wieder alles von vorne erklären muss. Er arbeitet stattdessen mit einem Kernteam, bestehend aus je einem Berater, CD, Strategen und Channel-Integrator», so Stäheli. So soll für den Kunden ein «Gesamterlebnis» entstehen.

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Die Frage, ob durch diesen Zusammenschluss Stellen abgebaut würden, beantwortete Stäheli so: «Es gab ein paar wenige, die diesen neuen Weg der Publicis-Gruppe nicht mitgehen wollten und deshalb gegangen sind.» Die allermeisten Mitarbeiter würden sich jedoch auf dieses «Unternehmen» freuen. «Sie haben verstanden, dass das, was gerade bei uns passiert, in dieser Form in der Schweiz so schnell nicht wieder vorkommen wird.»

Thomas Wildberger von Publicis, Alex Haldemann von Meta Design und Andy Stäheli von Leo Burnet bilden ein Country-Leadership-Team, das dafür verantwortlich ist, «The Power of One» so schnell wie möglich zum Laufen zu bringen. «Wobei: Laufen können wir schon – jetzt müssen wir nur noch an Tempo zulegen», so Stäheli weiter.

Meta Design gehört neu zu Publicis

Meta Design gehört als Minderheitsbeteiligung bereits seit 2013 zur Publicis-Gruppe. Im letzten Herbst hat Publicis die Aktienmehrheit vom Management in der Schweiz übernommen. CEO Alexander Haldemann, der Meta Design seit 2001 leitet, bleibt weiterhin am Unternehmen beteiligt. «Unsere Kunden haben jetzt direkten Zugang zu den sehr spezifischen Kompetenzen in den Bereichen Brand-Strategy und -Design», sagt Wildberger im «persönlich»-Interview dazu. Beispielsweise bei einer Unternehmensfusion könne man nun alles aus einer Hand anbieten: Vom neuen Namen, dem Brand-Design, über die Gestaltung der Touch-Points und die interne Verankerung bis zur externen Kommunikation. «Das schafft die Voraussetzung für eine Marke aus einem Guss und reduziert gleichzeitig die Komplexität für unsere Kunden auf ein Minimum.» Erste Resultate dieser Zusammenarbeit würden schon in Kürze bekannt gegeben.

Neu gegründet wurde ausserdem Prodigious. Diese Firma habe drei Schwerpunkte: Digital, Video und Print. «In diesen Bereichen werden wir künftig so viel wie möglich inhouse produzieren, und deshalb sind wir Mitte Juni mit bereits 30 Spezialisten gestartet», sagt Wildberger. In direkter Zusammenarbeit mit Video-Producern und Motion Graphic Designern würden so variantenreiche und kanalübergreifende Medieninhalte aus einer Hand entstehen.


Weitere Hintergründe lesen Sie im grossen Interview mit Thomas Wildberger und Andy Stäheli in der aktuellen «persönlich»-Ausgabe.



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