16.03.2017

SWA-Jahresmeeting

Die Immer-online-Generation fordert die Werber

«Always on» – so das Motto am diesjährigen Werbemarkt-Treffen in Zürich-Oerlikon. Die Referenten präsentierten am Donnerstag ihre Strategien und Denkanstösse für die Markenkommunikation in einer Zeit, in der jeder stets erreichbar ist. Fünf Aussagen vom Event – jetzt online.
SWA-Jahresmeeting: Die Immer-online-Generation fordert die Werber
Über 300 Branchenvertreter kamen am Donnerstag im Stage One in Zürich-Oerlikon zum Jahresmeeting des Schweizer Werbe-Auftraggeberverbands zusammen. (Bilder: Adrian Bitzi)
von Christian Beck

Nicht nur die Digital Natives verbringen immer mehr Zeit am Smartphone, vor dem Computer oder anderen Bildschirmen. Jeder, auch der Digital Immigrant, ist zu jeder Zeit erreichbar und stets aktuell informiert. Dies ist einerseits eine Chance für den Werbemarkt, gleichzeitig aber auch eine grosse Herausforderung – weichen doch viele der Werbung aus. Diesem Thema widmeten sich alle Redner auf der Bühne im Stage One:

1. Roger Harlacher, Präsident SWA und Zweifel-CEO

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«Die Mediennutzung hat sich dramatisch verändert. Die reale und digitale Welt sind mehr denn je zusammengekommen. Einer der grössten Brückenbauer war dabei die Erfindung des iPhones. In einer Zeit extremer Interaktion ist ein Leben ohne Smartphone kaum mehr vorstellbar. Unsere Konsumenten sind heute aber nicht mehr nur auf einem Gerät unterwegs, sondern gleichzeitig auf mehren. Heisst das nun, die Werbe-Auftraggeber können einfach alle Geräte buchen, um das Marketingziel zu erreichen? Glücklicherweise nicht, es braucht immer noch überzeugende Kreativität. Nur so gehen die Konsumenten bei der Werbung nicht offline.»


2. Julia Graf, Youtube-Star und Neo-Moderatorin

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«Ich bewege mich fast nur noch auf den Sozialen Medien. Ich habe zu Hause keine Zeitung, die auf dem Tisch liegt. Und ich schaue auch praktisch nie Fernsehen.»


3. Matt Elek, CEO Vice Media

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«Eine grosse Reichweite ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, cool und glaubwürdig zu sein. Es gibt einen Generationenwechsel: Millennials sind ein demografischer Fakt und kein Trend. Millennials denken anders und man erreicht sie nicht über Papas Medien – sie wollen eigene. Man erreicht die Millennials aber auch nicht einfach durch eine Verlagerung des Media-Budgets. Es braucht ein Investment in neue Inhalte.»


4. Mike Schwede, Strategie- und Kommunikationsberater

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«Always on kann auch heissen: die Nase voll. Stories entstehen im wahren Leben. Menschen wollen kommunizieren. Treten Sie deshalb in Kontakt mit Ihren Kunden und chatten Sie mit ihnen. Füttern Sie mit diesen gewonnenen Daten Ihren Chatbot, damit Sie 2019 einen guten haben. Heute sind Bots nämlich total doof. Das ist wie man einen Einjährigen an den Kundendienst stellen würde. Auch sind Facebook, Snapchat und Co. alles nur Mietwohnungen. Die gehören Ihnen nicht. Konzentrieren Sie sich lieber auf ihre 20’000 Newsletter-Abonnenten statt auf die 200’000 Facebook-Fans. Erstere können Sie nämlich auf Ihre eigene Webseite bringen und sind somit wertvoller.»


5. Michael Willeke, Director Integrated Marketing Communications für Coca-Cola Westeuropa

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«Ich bin ein grosser Fan von Print. Gerade ältere Nutzer kann man so gut erreichen. TV ist aber auch gut. Und Online auch. Was zählt ist der Medienmix. Jede Zielgruppe hat ihre eigene Dynamik. Man muss sich ständig neu erfinden. Und man muss global denken und lokal handeln. Personalisierung ist sehr wichtig.»


Hier geht es zur persoenlich.com-Fotogalerie vom SWA-Jahresmeeting.



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