08.06.2000

ZÜRCHER HANSJÖRG, Advico Young & Rubicam/Juni 1999

Sein gesamtes Berufsleben hat Hansjörg Zürcher bei Young & Rubicam gearbeitet, jetzt ist er ausgestiegen und führt europaweit Filmseminare durch. Zürcher, der mit 200 produzierten Spots als Werbefilmpapst der Schweiz gilt, sagt, wie man Werbung beurteilt, woran Werber beim Filmmachen scheitern und warum er nicht nach Hollywood wollte. Interview: Oliver Prange

Wie bist du dieser Zeit tätig?

"Ich arbeite zu 60 Prozent für Advico Young & Rubicam, zum Beispiel für Migros, Milch, Winterthur Versicherungen und andere. In der restlichen Zeit stehe ich Europachef Bruno Widmer als CD für Y&R Europe zur Verfügung. Ich führe zudem Film-Workshops in Europa durch, in Frankfurt, und demnächst in Warschau, Wien, Amsterdam und Barcelona. Bruno wünschte sich zwei CDs zur Seite bei seiner Präsidentschaft von Y&R Europe, das sind Mike Cozens von Y&R London und ich. Aber ich habe keinerlei Managementaufgaben mehr.”

Bist du froh darüber?

"Ja, ich bin froh, dass das vorbei ist. Bei einer hundertköpfigen Agentur nimmt die Organisation immer viel Zeit in Anspruch, und man selbst hat am Tagesende nie das Gefühl, viel geleistet zu haben. Das war vor der Fusion mit Advico anders, als wir noch 40 Mitarbeiter waren, aber ich habe mich damals sehr für die Fusion eingesetzt.”

Die Fusion von Advico und Young & Rubicam im 1989 ist eine der wenigen, die funktionierte. Viele Fusionsgebilde in der Werbung brechen nach kurzer Zeit wieder auseinander.

"Die Fusion klappte, weil die Chemie zwischen den Verantwortlichen stimmte. Zusammenlegungen scheitern meist in der Kreation, wenn gute Leute abwandern und Grabenkämpfe stattfinden. Das war bei uns nicht der Fall. Wir füllten mit dem Y&R-Team ein Vakuum, denn Advico hatte damals eine reduzierte Kreation. Ich gewann das Vertrauen von Bruno Widmer und konnte handeln, wie ich es für richtig empfand.”



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