30.10.2001

ZIMMERMANN KURT W., Journalist, Manager/November 2001

Kurt W. Zimmermann hat sowohl als Journalist wie auch als Manager die Entwicklung der Tamedia vom reinen Print- zum Multimediaunternehmen entscheidend mitgeprägt. Auf Anfang nächsten Jahres verlässt er das Haus. Zeit also, um sich mit ihm über die vergangenen Zeiten und die Zukunftsaussichten der Medienbranche zu unterhalten. Im “persönlich”-Interview sagt er der Medienindustrie wenig rosige Jahre voraus. Interview: Oliver Prange

Seit rund elf Jahren haben Sie in leitenden Funktionen mitgeschrieben an der Geschichte des Hauses Tamedia. Auf Anfang 2002 verlassen Sie das Medienunternehmen. Warum dieser Abgang?

“Bereits Anfang dieses Jahres habe ich Michel Favre gesagt, dass ich die Tamedia verlassen und mich als Berater selbstständig machen wolle. Wir haben uns damals darauf geeinigt, dass ich noch ein Jahr bleibe. Dieses Jahr läuft nun ab. Mein Abgang ist also ein völlig normaler Prozess.”

Sie kennen die Tamedia sowohl als Journalist wie auch als Manager in- und auswendig. Doch jetzt, da Michel Favre die Verantwortung abgibt, wird die Konzernleitung mit Martin Kall durch einen von auswärts kommenden Manager besetzt. Warum nicht mit Ihnen?

“So wie ich ihn kenne, wird Martin Kall für das Unternehmen ein ausserordentlich guter CEO sein, zupackend, sympathisch, verlässlich. Er ist meiner Meinung nach wirklich die beste Lösung.”

Sind Sie kein guter Manager?

“Er ist sicher die bessere Besetzung als ich. (Lacht.) Martin Kall ist für die heutige Tamedia der richtige Mann. Es wäre allerdings unglaubwürdig, wenn ich nicht zugeben würde, dass mich die Favre-Nachfolge nicht phasenweise auch interessiert hätte. Aber ich habe mich dann anders entschieden, ich wollte nicht warten, bis sich diese Möglichkeit allenfalls ergeben hätte, ich wollte selber handeln. Ich wurde in diesem Jahr 50 Jahre alt. Eine gute Gelegenheit für mich, nochmals eine neue Lebensphase zu starten.”



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