16.04.2008

WEIBEL BENEDIKT/Delegierter der Euro 08/April 2008

Euro-General: Benedikt Weibel steht unter medialer Dauerbeobachtung: Als ehemaliger SBB-Chef muss er sich gegen die Vorwürfe wegen SBB Cargo verteidigen, als Delegierter der Euro 08 ist er für den reibungslosen Ablauf der Europameisterschaft zuständig. Wie organisiert man ein solches Gross-projekt, welches den Bund 80 Millionen Franken kostet? Gegenüber "perönlich" äussert sich Weibel über Ambush-Marketing, fehlende Euphorie, den Föderalismus und sein Image als Strahlemann.

Herr Weibel, momentan stehen Sie als ehemaliger SBB-Chef wegen der aktuellen Krise um SBB Cargo im Kreuzfeuer der Kritik. Inwiefern beeinträchtigt dies Ihre Tätigkeit als Delegierter der Euro 08?

"Meine Tätigkeit als Delegierter der Euro 08 hat absolut oberste Priorität und sollte durch die Streiks im Tessin nicht beeinträchtigt werden. Natürlich hat mich die Cargo-Krise in den letzten Wochen in Beschlag genommen, sowohl zeitlich wie auch emotional. Da ich nun aber öffentlich dazu Stellung genommen habe, sollte diese Phase vorbei sein."

Sie sind in nur einem Medium aufgetreten - der "Samstagsrundschau" auf DRS 1. War dies ein bewusster Entscheid?

"Ja, die Ausgangslage war für mich sehr schwierig. Als ich von den SBB wegging, habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr zum Problemkreis Bahn, Verkehr und Mobilität zu äussern - dies, obwohl ich oft angefragt wurde. Ich habe auch den Kontakt mit den anderen Geschäftsleitungskollegen bewusst abgebrochen. Deswegen war ich am 7. März sehr überrascht vom Ausmass der Krise. Doch ich wollte dazu nicht aus dem Stand Stellung nehmen. Es war mir klar, dass sich dies nicht vermeiden liesse. Deshalb war ich sehr erfreut über die Einladung zur "Samstagsrundschau". Der Redaktor konnte meine Zusage gar nicht glauben und hat gelacht. Die "Samstagsrundschau" ist eine neutrale und auch eine hervorragende Sendung, welche über sehr gute Abdeckung und Resonanz verfügt. Gleichzeitig hat man auch genügend Zeit, um seine Sicht darzulegen. Es war mir ja nicht möglich, allen vier Sonntagszeitungen Rede und Antwort zu stehen."

Bei der neuen Sonntagszeitung "Sonntag" haben Sie aber eine Ausnahme gemacht...

"Dies ist etwas anderes, weil ich dort eine regelmässige Kolumne habe. Diese habe ich ganz einfach "missbraucht", um ein paar Fakten klarzustellen. In einer ersten Phase wurde ich sehr schnell zum Sündenbock gemacht, obwohl viele Leute gar nicht wissen, was auf diesem Markt abgeht. Sie kennen auch die Problematik von SBB Cargo nicht. Nachträglich jedenfalls bin ich froh, dass ich so reagiert habe. Gleichzeitig liess ich mich aus einer falschen Emotionaliät heraus auch nicht zu einem Duell mit dem Verkehrsminister hinreissen."



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