05.11.2004

VOGEL DOROTHÉE, Modemacherin /Oktober 2004

Modebranche: Keine Branche lebt so vom Glamour wie die Modebranche. Immer stärker wird sie mit Musik und Film zelebriert. Stars werden zu Botschafterinnen für die Marke. Allerdings greift auch hier das Fast-Food-Denken um sich und führt zu einer Verflachung. Dorothée Vogel ist die einzige Schweizer Modemacherin, die sich auch im Ausland einen bekannten Namen gemacht hat. Im Interview mit “persönlich” sagt die Designerin, wie man sich im Haifischbecken behauptet.

Welches ist die spezielle Eigenheit der Modebranche im Vergleich zu anderen Branchen?

“Ganz speziell ist der Glamour, den man etwa an einer Modeschau wahrnimmt – und dann die Kombination mit harter täglicher Arbeit, die dahinter steckt. Die Show ist spektakulär, leichtfüssig, in einem gewissen Sinn auch oberflächlich. Dahinter steckt minuziöse, präziseste Arbeit, wie es sie in allen Branchen gibt. Der Glamour ist das Besondere.”

Braucht es den Glamour wirklich?

“Auf jeden Fall. Der gehört zur Mode. Sie lebt davon.”

Wie wird der Hype um die Mode gemacht? Wie wird der Motor in Gang gehalten und vorangetrieben? Sind dafür die Modehäuser verantwortlich, oder sind es eher die Medien?

“Die grossen Modehäuser haben natürlich ihren Anteil daran. Durch die Globalisierung und die Beschleunigung bekommen die Medien aber eine immer wichtigere Rolle. Mit PR kann eine Modemarke aufgebaut werden. Manche Labels werden PR-mässig gepusht, ohne dass sehr viel dahinter steckt. Da spielt die schnelle Medienlandschaft sicher eine grosse Rolle. Mode wird immer mehr auch mit Musik, mit dem Film, mit Schauspielerinnen zelebriert, mit glamourösen Menschen aus anderen Szenen. Dies ist ein ziemlich neuer Faktor.”



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