04.05.2001

TRüB THOMAS, Ringier, Mai 2001

Nach langen Jahren in Asien und Osteuropa ist Thomas Trüb wieder am Ringier-Stammsitz in Zürich tätig. Doch was heckt er dort aus? Trüb ist kein Verwalter etablierter Marken, sondern ein Anreisser. Interessiert sich Ringier für die Bilanz? Offensichtlich gibt es Pläne, den Kompetenzbereich Wirtschaftsmedien auszubauen. Interview: Oliver Prange

Der Ringier-Konzern hat Sie ins Stammhaus zurückgeholt. Was haben Sie vor?

"In den letzten Monaten haben wir im Haus Ringier intensiv an der Strategie-Entwicklung gearbeitet. Ein Ergebnis bestand in der Erkenntnis, dass die Kompetenzen zusammengefasst werden sollten. Für die Zukunft könnte das heissen, dass wir Ringier etwas anders organisieren, eher nach Kompetenzen und vielleicht etwas weniger nach Geografien. Zum Beispiel im Bereich Wirtschaftsmedien. Wir haben Cash, wir haben Borsalino, wir haben Cash-TV, wir haben jetzt dann Cash-Online. Alle haben bisher völlig unabhängig voneinander gelebt. Das hat zwar sicher Vorteile, aber auch gewichtige Nachteile, weil die vorhandenen Kompetenzen gegenseitig viel zu wenig genutzt werden können. Wir planen Cross-Media- und Cross-Marketing-Aktivitäten.”

Könnten Sie sich vorstellen, dass es bei Cash eines Tages eine einzige Redaktion gibt, die alle Wirtschaftsmedien bedient?

"Davon bin ich überzeugt. Mit Ausnahme von Cash-TV halten wir es eigentlich jetzt schon so. Wir werden Cash-Online, das zurzeit im Aufbau ist, aus der Cash-Redaktion heraus machen, das heisst, wir müssen zusätzliche auf Online-Arbeit spezialisierte Leute haben, die aber integriert sind in die Cash-Redaktion und dem Cash-Chefredaktor unterstehen. Bei Borsalino, wo der Content ausgebaut wird, funktioniert das gleiche System. Der Content wird von Cash-Invest geliefert. Eigentlich müsste man ein Content-Management-System haben, das sowohl fürs Internet wie für die Zeitung genutzt werden kann. Aber das wird auch noch realisiert werden. Davon bin ich überzeugt.”

Bedeutet das, dass ein Journalist künftig eine Geschichte betreut, die er dann für alle Kanäle bearbeitet?

"Das kann sein. Es würde Sinn machen, eine gute Geschichte schon einen Tag, bevor sie ausführlich im Cash erscheint, im Internet anzureissen und sie später in Cash-Online weiterzuspinnen. Und es macht auch Sinn, dass eine solche Geschichte in allen Medien von den gleichen Autoren bearbeitet wird. Doch im Moment sind wir bei Schritt eins: Die kleine Online-Redaktion hat Zugriff aufs Know-how der ganzen Cash-Redaktion, muss demzufolge weniger Recherche-Aufwand betreiben, ist in einer grossen Mannschaft integriert und kann Informationen direkt austauschen.”



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