11.02.2004

SIGG Uli, Februar 2004

Mitte des Jahrhunderts wird China als Werkbank der Welt wirtschaftlich mit den USA gleichziehen. Dadurch eröffnen sich unzählige Chancen auch für schweizerische Unternehmen. Doch wer China erobern will, muss einige Konzessionen und Schikanen in Kauf nehmen, die er anderswo nicht eingehen würde. Grundlage für erfolgreiches Wirtschaften in China ist ein tiefes Verständnis für Gesellschaft und Kultur. Eine Einschätzung von China-Kenner Uli Sigg. Interview: Oliver Prange, Matthias Ackeret. Fotos: Marc Wetli

Sie haben sich in den letzten Monaten stark engagiert für das Pekinger Olympiastadion, das von dem Schweizer Architekturbüro Herzog & DeMeuron realisiert wird. Welche Rolle spielten Sie?

“Ich führte die Architekten in China ein und bin für ihr Coaching besorgt. Das Olympiastadion wird das Wahrzeichen der Olympiastadt.”

Wo entstanden die grössten Probleme?

“Die grösste Schwierigkeit bestand darin, mit dem Entwurf Anbindungen an die chinesische Kultur herzustellen – nicht etwa mit der simplen Kopie einer Chinoiserie, sondern in einem völlig neuartigen Design. Das Projekt von Herzog & DeMeuron weckte im Publikum etwa die Assoziation an ein Vogelnest, das in der chinesischen Kultur positiv besetzt ist. Es gelang vorzüglich, die Balance zwischen zeitgenössischer Architektursprache und chinesischer Mentalität zu finden. Ferner galt es die zahlreichen Verhandlungsklippen zu überwinden, die in einem Prestigeprojekt mit dieser Visibilität besonders hoch sind.”

Welches war konkret Ihre Aufgabe beim Design?

“Mein Beitrag bestand im Abstecken des eben erwähnten Problemfeldes und dem Beibringen des wohl qualifiziertesten Gesprächspartners zu diesem Zweck, dem Künstler Ai Weiwei.”



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