21.10.2010

SCHNEIDER-AMMANN JOHANN/August/September 2010

Der Berner FDP-Nationalrat und Unternehmer Johann Schneider-Ammann ist der Kronfavorit für den frei werdenden FDP-Sitz. Bis es so weit ist, muss der Patron der Langenthaler Ammann Group seine Nachfolge regeln und sein Leben durchleuchten lassen. Doch der Weg zur Macht ist noch von anderen Eventualitäten abhängig.

Herr Schneider-Ammann, hat sich Ihr Leben als FDP-Bundesratskandidat grundlegend verändert?

Nein, ich verfolge nach wie vor konsequent meinen Weg als Unternehmer. Aber natürlich verlagert sich das Schwergewicht momentan, und das zeigt sich vor allem darin, dass ich der Öffentlichkeit öfter zur Verfügung stehe als zuvor. Trotzdem lege ich auch momentan jeden Tag das Programm mit meinen Mitarbeitern fest und konzentriere mich auf die Bauausrüstung, unser Geschäft. Man kann also sagen, das unternehmerische Dasein ist noch intakt.

Haben Sie sich im Hinblick auf die Bundesratswahl eine sogenannte Schneider-Ammann-Taktik angeeignet?

Keineswegs, auch wenn man mir zuweilen unterstellt, berechnend zu sein. Dass ich einen sinnvollen Beitrag in einem schönen Land wie dem unseren leiste, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Daran habe ich mich gehalten, sei dies in der Armee, im Verband, in meiner Firma oder in der Politik. Als ich vor der Frage stand, für den Bundesrat zu kandidieren, habe ich lange mit mir gerungen und mich gemeinsam mit meiner Familie dafür entschieden. Wenn man eine solche Rückendeckung erfährt, kann man sich ernsthaft überlegen, ob man die eigene unternehmerische und internationale Erfahrung, die in einem solchen Gremium sicherlich von Vorteil ist, anbieten möchte.

Werden Sie Ihre Aktien und Anteile nach einer allfälligen Wahl verkaufen oder, anders gefragt, wie werden Sie die Firma nach der Wahl strukturieren?

Inzwischen habe ich schriftlich festgehalten, wie es in meinem Unternehmen weiterginge, falls ich Bundesrat würde. Im Falle einer Wahl werde ich die Aktien selbstverständlich abgeben, doch sie bleiben in Familienhand. Meine Kinder erben diese mit höchster Wahrscheinlichkeit, aber über dieses Thema werden wir erst konkret diskutieren, wenn es tatsächlich so weit kommen sollte. Ich gebe aber zu, dass der Austritt aus der Firma noch ein bisschen zu früh kommt, da meine Kinder ihre Ausbildung noch nicht ganz beendet haben.



Download als PDF-Dokument
Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang