23.05.2016

03 März 2016

Ruedi Noser, Natalie Rickli

Das Joint Venture zwischen der Swisscom, der SRG und Ringier startet Anfang April. Obwohl für die SRG «zielgruppenspezifische Werbung» verboten ist, gehen die politischen Wogen immer noch hoch. persönlich» hat FDP-Ständerat und Technologieunternehmer Ruedi Noser (pro) sowie die SVP-Nationalrätin und Goldbach-Managerin Natalie Rickli (kontra) zu einem Streitgespräch eingeladen, welches mit einer überraschenden Abmachung endete.
03 März 2016: Ruedi Noser, Natalie Rickli

Frau Rickli, Herr Noser, bevor wir dieses Gespräch beginnen, noch ein Wort zur Transparenz. Frau Rickli, Sie arbeiten bei der Goldbach Group. Wie stark beeinflusst dies Ihre Meinungsbildung?
Natalie Rickli: Ich arbeite seit meiner Lehre in der Medienbranche, seit über zehn Jahren bei Goldbach. Das Gute am Milizsystem ist, dass ein Politiker auch sein berufliches Know-how einbringen kann. Die Werbeallianz konkurrenziert nicht Facebook und Google, wie immer behauptet wird, sondern alle Schweizer Medienunternehmen. Also auch meinen Arbeitgeber Goldbach.

Herr Noser, einer der grossen Kunden Ihrer Firma ist die Swisscom. Inwiefern beeinflusst dies Ihre Haltung?
Ruedi Noser: Das hat keinen Einfluss. Meine Firma arbeitet nicht nur für die Swisscom, sondern unter anderem auch für die Privatradios. Wie ich mich gegenüber der Werbeallianz auch positioniere, irgendeinen erwische ich immer auf dem falschen Fuss. Das gehört zum politischen Spiel, das ich gerade deswegen bewusst unabhängig spielen will.

Aber haben die Privatradios, die zu Ihren Kunden gehören, bereits wegen des Joint Venture bei Ihnen interveniert?
Ruedi Noser: Nein. Im Gegensatz aber zu Frau Rickli, von der die ganze Welt weiss, dass sie bei Goldbach arbeitet, stelle ich meine geschäftlichen und privaten Aktivitäten bewusst in den Hintergrund. Dadurch verringere ich meine Abhängigkeiten.



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