08.10.2003

RUDOLPH THOMAS, Professor/Oktober 2003

Verpassen Schweizer Shoppingcenter den Trend Richtung Erlebniscenter? "persönlich” hat Professor Thomas Rudolph befragt, der den Gottlieb-Duttweiler-Lehrstuhl an der Universität St. Gallen innehat. Rudolph erwartet im Food-Bereich drastische Veränderungen, einen Preiseinbruch von bis zu 30 Prozent aufgrund der anstehenden bilateralen Verträge. Zudem wird die neue RFID-Technologie die Wertschöpfungskette total verändern. Interview: Oliver Prange. Fotos: Marc Wetli

Shoppingcenter entwickeln sich international immer stärker zu Entertainment-Palästen. Müssen Schweizer Shopping-center umdenken?

"Sicherlich gewinnen diese Erlebniscenter in einigen Ländern momentan stark an Bedeutung. Doch der Erlebnischarakter ist nur ein Grund für die Centerwahl. Ein anderer ist der Versorgungscharakter des Centers. Dann stehen Verfügbarkeit und billige Preise im Zentrum des Kundeninteresses. Derartige Ver-sorgungscenter finden sich am Stadtrand. Stärker wachsen in diesen Gebieten auch die Factory Outlets. Die Polarisierung der Einkommen führt zu verschiedenen Arten von Einkaufs-zentren.”

Wo stehen die Schweizer Einkaufszentren in dieser Hinsicht?

"Ich bezweifle, dass Erlebniscenter in der Schweiz zum grossen Trend werden. Wir haben nicht dieselben Kundenfrequenzen, wie sie in anderen Ländern möglich und für Erlebniscenter, wie zum Beispiel den Mall of America, notwendig sind.”

Wie rentieren die Schweizer Einkaufszentren?

"Die Umsätze in etlichen Einkaufszentren stagnieren oder gehen leicht zurück. Damit liegen sie im Handelsdurchschnitt. Die Center müssen sich stärker profilieren, um insbesondere mehr Kunden am Wochenende anzuziehen. Zum Beispiel durch eine gute Kinderbetreuung oder einen Kindererlebnispark. Es geht um ein besseres Zielgruppenmarketing.”



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