29.11.2002

ROHNER URS, Chef ProSieben-Sat.1/November 2002

Urs Rohner (43) unter Druck. Als Vorstandsvorsitzender von ProSieben-Sat.1, dem grössten Fernsehunternehmen Deutschlands, kämpft er an verschiedenen Fronten. So soll der Hamburger Bauer-Verlag die insolvente Kirch Media als Hauptaktionär ersetzen. Und auch die Swiss, in deren Verwaltungsrat der Schweizer Vorzeigemanager und gelernte Wirtschaftsanwalt sitzt, will nicht so richtig abheben. Gegenüber “persönlich” gibt sich der ehemalige Schweizermeister im Hürdenlauf optimistisch: “Probleme sind da, um gelöst zu werden!” Aber wie? Interview: Matthias Ackeret

Herr Rohner, wie geht es Ihnen? Niemand weiss, wohin es das grösste deutsche Fernsehunternehmen nach der Kirch-Pleite verschlägt.

“Mir geht es gut. So gross ist die Unsicherheit zum Glück nicht mehr. Die Kirch Media verhandelt jetzt exklusiv mit einem Konsortium aus dem Heinrich-Bauer-Verlag und der HypoVereinsbank über den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der ProSieben-Sat.1-Gruppe. Die Verhandlungen sollen Mitte Dezember abgeschlossen sein. Eine solche Lösung würden wir begrüssen. Dies käme unserem Interesse an einem stabilen Aktionariat entgegen. Insofern hoffe ich, dass man sich schnell einig wird.”

Sie sprechen den möglichen Einstieg des Hamburger Bauer-Verlages an. Nach Zeitungsberichten soll der neue Hauptaktionär Ihres Unternehmens aber den RTL-Chefredaktor Hans Mahr als Vorstandsvorsitzenden bevorzugen.

“Man darf nicht alles glauben, was in den Zeitungen steht. Auch ich habe in den letzten Wochen vieles gelesen. In der Medienbranche wird über alles und jeden spekuliert. Ich hingegen versuche, mich an die Realitäten zu halten – und die Realität ist, dass ich Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG bin. Ich gehe davon aus, dass sich daran auf absehbare Zeit auch nichts ändern wird.”

In der Schweiz hört man anderes; man munkelt, dass Sie bald zurückkehren werden. Wie sieht Ihre unmittelbare Lebensplanung aus?

“Ich habe im Jahr 2000 bei ProSieben einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Den werde ich auch erfüllen.”



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