30.04.2008

RINGIER MICHAEL, Verwaltungsratspräsident Ringier/Mai 2008

Der Chef: Seit 1985 arbeitet Michael Ringier im elterlichen Verlag, seit 1991 hat er als Verwaltungsratspräsident alleine die oberste Verantwortung. In dieser Zeit hat sich das Verlagshaus Richtung Osten ausgebreitet und ist zu einem internationalen Player geworden. Gegenüber "persönlich" erzählt er von der Lust und Last seiner Tätigkeit, der Impertinenz des Journalismus und seinen Schwierigkeiten, als Jugendlicher den richtigen Job zu finden.

Herr Ringier, Sie kommen gerade von den 175-Jahr-Feierlichkeiten Ihres Verlags aus Asien und Osteuropa zurück. Was hat Sie dabei am meisten beeindruckt?

"Die Menschen. Unsere Firma ist im Ausland grösser als in der Schweiz, zumindest personell. Auch intellektuell bewegt sich alles auf erstaunlich hohem Niveau. Die Bildung ist das einzige vernünftige Erbe, welches der Sozialismus hinterlassen hat. So habe ich in unseren Auslandniederlassungen beeindruckende Leute getroffen, von denen wir etwas lernen könnten. Ich denke dabei an die IT-Genies in China oder die Marketing-Cracks in Osteuropa. Dies zu sehen, macht wirklich Freude."

Das bedeutet, dass das Niveau in den ehemaligen sozialistischen Staaten höher ist als bei uns ...

"Nein, aber wir Schweizer müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Arbeitsniveau enorm gestiegen und ab und zu sogar höher ist als bei uns. Früher haben wir nur gezeigt, wie's geht. Heute lernen wir auch. Viele unserer Schweizer Mitarbeiter gehen ins Ausland, um Neues zu sehen. Dieser personelle Austausch ist etwas vom Wichtigsten in einem internationalen Unternehmen."

Existiert in den ausländischen Niederlassungen eine Ringier-Identität?

"Diese gibt es " und wir wollen sie mit unseren Jubiläumsfeierlichkeiten zusätzlich stärken. Deswegen haben meine Schwester und ich, das Management und Gerhard Schröder alle Länder besucht, in denen wir vertreten sind. Dies ist auf sehr gute Resonanz gestossen."



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