06.07.2012

Rainer Maria Salzgeber/Juni 2012

Der 43-jährige Sportmoderator Rainer Maria Salzgeber gilt als einer der besten seines Fachs. Im Vorfeld der Fussballeuropameisterschaft äusserte er sich gegenüber «persönlich» über die Weltmacht Fussball, aber auch über seine persönliche Beziehung zu Sepp Blatter und die Frage, warum er nie zum neuen Pascal Zuberbühler wurde.

Herr Salzgeber, Fussballmeisterschaft und Champions League sind vorbei. Aber auf die Fussballeuropameisterschaft scheint sich niemand so richtig zu freuen. Stimmt dieser Eindruck?

Da bin ich nicht ganz einverstanden. Ich auf jeden Fall freue mich riesig auf die EM. Es ist aber verständlich, dass nicht die gleiche Begeisterung aufkommen mag wie bei den letzten vier grossen Turnieren, als die Schweiz immer dabei gewesen ist. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass vor grossen Turnieren die Skepsis mindestens so gross ist wie die Begeisterung. Das war in Portugal 2004 so, wie auch vor zwei Jahren in Südafrika. Das gehört irgendwie einfach dazu.

Aber in der Schweiz herrschte vor vier Jahren doch eine gewisse Grundeuphorie.

Das war etwas anderes. Eine Europameisterschaft im eigenen Land werden wir so schnell nicht mehr erleben. Es war einzigartig. Schon alleine deshalb war eine Grundeuphorie vorhanden. Aber eine gewisse Zurückhaltung gehört halt einfach zur Schweizer Mentalität. Der Schweizer ist nun mal eine Spur nüchterner und auch abgeklärter als der Fan anderer Länder. Dazu kamen die eher dürftigen Leistungen der Nationalmannschaft. Da hatten viele mehr erwartet.

Inwiefern spielt es eine Rolle, dass die Schweiz dieses Jahr nicht an der EM vertreten ist?

Eine sehr grosse, ist es doch seit zehn Jahren zum ersten Mal, dass die Schweiz an einem grossen Turnier nicht mehr vertreten ist. Auch der Aufwand, welchen das Schweizer Fernsehen betreibt, ist deutlich kleiner als in anderen Jahren mit Schweizer Beteiligung. Die Sendungen werden trotzdem genau gleich professionell vorbereitet und über die Bühne gehen. Aber die Schweizer Nationalmannschaft als Lokomotive, die fehlt definitiv.



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