05.11.2008

QUINDLEN GERALD, CEO Logitech/Oktober 2008

Logitech: Der 49-jährige Gerald P. Quindlen, genannt Jerry, wurde Anfang Jahr zum VR-Präsidenten und CEO von Logitech ernannt, nachdem er während zwei Jahren für das Marketing zuständig war. Das schweizerisch-amerikanische Unternehmen, welches den GfM-Marketingpreis 2008 gewinnt, ist der weltweit grösste Hersteller von Computermäusen, hat Niederlassungen in über 100 Ländern und konnte während neun aufeinanderfolgenden Jahren jeweils ein zweistelliges Wachstum verzeichnen.

Mister Quindlen, Gratulation zum GfM-Marketing-Award 2008. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

“Es ist mir eine Ehre, diese Auszeichnung im Namen von Logitech entgegenzunehmen. Wir nehmen das Marketing sehr ernst – das ist eine Funktion, die auf der obersten Ebene des Unternehmens wahrgenommen wird. Es ist wundervoll, dass wir Anerkennung finden für das, was wir in diesem Bereich erreicht haben. Und das erst noch im Land, wo Logitech seine Wurzeln hat.”

Sie waren während zwei Jahren auch Marketingchef von Logitech. Welches ist die Marketing-Strategie Ihres Unternehmens?

“Ich wurde als Senior Vice President für den weltweiten Verkauf und das Marketing angestellt. Unsere Strategie ist nicht sehr kompliziert. Normalerweise lanciert unser Unternehmen pro Jahr über 100 neue Produkte. Die Herausforderung besteht also darin, über die verschiedenen Produkte und Produktkategorien hinweg den richtigen Marketingfokus zu finden, um den Verkauf zu unterstützen. Wir müssen die Schlüsseltrends erkennen, die unsere Industrie vorantreiben. Im Moment sind das: der Aufstieg der digitalen Heimausrüs-tung (da ist Logitech mit seiner ‘Harmony’-Fernbedienungsfamilie dabei); der Aufstieg von Notebook-PCs als gefragteste Computer (deshalb bieten wir ein ganzes Sortiment von Notebook-Accessoires an) und die Ausbreitung der Kommunikation über das Internet (ein Trend, der unser Webcam-Geschäft vorantreibt). Insgesamt nutzen wir einen Mix aus verschiedenen Marketing-Disziplinen, von Verkaufskanal-Marketing über Druck-, Plakat- und On-line-Werbung bis zum Direct Marketing in Web und PR. Wir mischen das alles mit neuen Techniken, öfters online. Wir konzentrieren uns auf den Kunden und wollen wissen, was der Kunde von unserem Marketing erwartet. In den letzten paar Mo-naten haben wir innerhalb von Logi-tech eine Kultur geschaffen, die da-rauf abzielt, unsere Kunden so sehr zufriedenzustellen wie möglich. Wir wollen sicherstellen, dass es jedes Mal ein positives Erlebnis ist, wenn ein Kunde in Kontakt mit einem Logitech-Mitarbeiter, einer Website, einem Produkt oder einem Katalog kommt. Wir setzen derzeit einen anerkannten Prozess in Betrieb, um dieses Erlebnis zu messen – den Net Promoter Score (NPS). Wir wollen wissen, ob unsere Kunden glücklich sind, und wir werden Änderungen vornehmen, wenn wir feststellen, dass sie nicht zufrieden sind.”

Wie viel Swissness gibt es bei Logitech noch?

“Die Schweiz ist ein wichtiger Teil von Logitech, und wird es immer sein. Wir sind stolz auf unsere Schweizer Wurzeln. Dieses Erbe beeinflusst unser Unternehmen in mannigfacher Weise. Natürlich sind wir in vielen Teilen der Welt stark präsent, aber wir haben hier in der Schweiz eine wichtige Operationsbasis. Die Produktentwicklung für eines unserer Kerngeschäfte findet hier statt. Wir sind aktiv in einer Zusammenarbeit mit der EPFL in Lausanne engagiert, um neue Technologien zu entwickeln. Wir haben sehr enge Bankbeziehungen in der Schweiz. Die Schweiz ist die Zentrale für Verkauf und Marketing für Europa, Nahost und Afrika – unseren grössten Markt. Schliesslich gibt es den Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens. Etliche Schweizer Mitarbeiter arbeiten in den USA oder Asien, um Schlüsselprojekte voranzubringen. Und wir haben Mitarbeiter aus anderen Regionen wie den USA, die in er Schweiz arbeiten. Vergessen Sie nicht, dass Daniel Borel immer noch in unserem Verwaltungsrat sitzt; Monika Ribar, eine andere Verwaltungsrätin, ist Schweizerin, und Richard Laube wurde erst kürzlich in den VR gewählt. Er ist schweizerisch-amerikanischer Doppelbürger.”



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