22.06.2005

PRINZ MATTHIAS, Medienanwalt/Juli 2005

Carolines Rächer: Für die einen ist er das personifizierte Schreckgespenst, für die anderen ein edler Ritter. Seit Medienanwalt Matthias Prinz vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte das so genannte Caroline-Urteil durchziehen konnte, sind viele deutsche Zeitungen mit ihren Geschichten vorsichtiger geworden. Doch nicht alle teilen die Ansichten von Matthias Prinz. So haben führende deutsche Chefredaktoren bei Kanzler Schröder gegen das Urteil protestiert. Foto: Prinz Neidhardt Engelschall

Herr Prinz, haben Sie sich heute schon über die Medien genervt?

“Heute? Nein, im Gegenteil. Ich habe im Flugzeug von Hamburg nach Zürich drei bis vier Tageszeitungen durchgeblättert und war von der journalistischen Qualität, die ich gesehen habe, begeistert.”

Ist das jetzt ein subjektiver Eindruck, oder sind die Medien nach dem berühmten Caroline-Urteil wirklich vorsichtiger geworden?

“Ich habe die Süddeutsche gelesen, die FTD, das Handelsblatt und die Herald Tribune. Für diese Zeitungen hat sich durch das Caroline-Urteil nichts geändert. Die haben noch nie Paparazzi-Fotos gedruckt.”

Hat sich die Berichterstattung über das monegassische Fürstenhaus seit dem Caroline-Urteil verändert?

“Nicht erst seit diesem Urteil. Als wir 1992 das Mandat von Prinzessin Caroline übernommen haben, war die so genannte Regenbogenpresse voll von unwahren Geschichten. Dies hat sich geändert, nachdem wir die ersten Gegendarstellungen und Widerrufe auf Titelseiten durchgesetzt haben. Mit dem schwedischen Königshaus haben wir eine ähnliche Erfahrung gemacht. Nachdem wir Massnahmen getroffen haben, ist die Zahl der Persönlichkeitsverletzungen zurückgegangen. Zuvor haben wir hunderte von unwahren Titelgeschichten gefunden.”



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