12.03.2008

PERRONE ANDREA/Brioni/März 2008

Brioni: Kofi Annan ist Kunde, Gerhard Schröder ist Kunde, Clark Gable und John Wayne waren Kunden. Und auch 007 wird seit "Golden Eye" von Brioni eingekleidet - ob der Darsteller nun Pierce Brosnan oder Daniel Craig heisse. Andrea Perrone (38), Enkel des Brioni-Gründers Gaetano Savini und Co-CEO, erklärt, worauf der Erfolg der Nobelschneiderei aus den Abruzzen basiert. Auf genau drei Faktoren: Qualität, Qualität, Qualität. Und natürlich auf dem Spass an schönen Dingen.

Brioni kleidet James Bond ein, den Inbegriff des English Style. Wie schwierig war es denn, in den Bond-Filmen englische Mode gegen Ihre einzutauschen?

"Vor gut zehn Jahren, 1995, fragte uns die Produktion an. "Golden Eye" mit Pierce Brosnan war unser erster Bond-Auftritt. Sie suchten jemanden, der nicht nur Bond einkleiden konnte, sondern auch die Stuntmen. Wir mussten insgesamt etwa 70 Anzüge herstellen. Damals wollten die das Image von James Bond auffrischen. Man wechselte auch vom Aston Martin zum BMW. Für ein italienisches Unternehmen ist es natürlich ein starkes Stück, 007 anzuziehen. Denn in der Bekleidungskultur ist England immer noch tonangebend. Heute ist das für uns ein tolles Marketing-Tool."

Was ist in einem solchen Deal eingeschlossen?

"Das ist eine seltsame Geschichte. Wir hatten am Anfang keinen Vertrag, sondern ein Gentleman's Agreement. Wir gaben im Wesentlichen die 70 Anzüge. Wir mussten nichts bezahlen. Zu jener Zeit gab es viele wichtige Marken, die dafür bezahlt hätten. Wir bekamen in jedem Film eine Szene, in der der Schriftzug zu lesen war. Etwa: Bond bestellt ein Hemd auf sein Zimmer, und dann kommt das in einer Brioni-Schachtel. Das war sehr diskret, und das ist uns auch recht so. Wir machen nicht gerne aufdringliches Product-Placement. Seit in der Bond-Produktion die grossen Gesellschaften mitspielen, ist das etwas anders. Für den letzten Film gab es einen Vertrag von 70 Seiten. Wenn man mit grossen Unternehmen wie Sony im Geschäft ist, gibt es da immer viele Anwälte. Und jetzt wollen die auch Geld sehen. Jetzt ist es wirklich Product-Placement, und das mögen wir eigentlich nicht so sehr."

Welches sind Ihre Marketing-Instrumente? Machen Sie Werbung mit dem Bond-Image?

"Am Anfang, als es nur ein Gentleman's Agreement war, konnten wir das Bond-Image ruhig und diskret nutzen. Mit der letzten Produktion wurde das enger: Es gab nur zwei oder drei Shots, die wir nutzen durften. Als der Film lanciert wurde, haben wir unsere Schaufenster-Dekorationen darauf abgestimmt. Und wir haben den "007-Smoking" auf den Markt gebracht. Der steckt voller Gadgets, wie Taschen für Messer und Pistole."



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