18.10.2006

PERITZ JÜRG, Marketingchef Coop/Oktober 2006

Change Management I: Bis vor kurzem betrieb Coop Massenmarketing. Das ist Geschichte. In den letzten Monaten wurden die Strukturen vereinfacht und eine Segmentierung mit vier Preislagen-Ebenen eingeführt. Coop-Marketingchef Jürg Peritz sagt im Interview mit “persönlich”, warum der Eigenmarkenanteil weiter wächst, schwächelnde Markenartikel aus den Regalen fliegen und wie Coop plötzlich in die Schweizer Hitparaden kam.

Sie hatten vor kurzem eine Tagung, bei der die wichtigsten Geschäftspartner zugegen waren. Was haben Sie verkündet?

“Wir haben über unsere Pläne für die nächsten zwei, drei Jahre informiert. Das machen wir alle zwei Jahre. Wir wollen für unsere Geschäftspartner Transparenz schaffen und Verständnis wecken, damit wir uns an gemeinsamen Zielen orientieren können. Ich habe dort insbesondere unsere Marketingstrategie behandelt. Die bewegt sich grundsätzlich auf zwei Ebenen: klare Leistungssteigerung, Verbesserung der Preiswahrnehmung.”

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Was verstehen Sie im Marketing unter Leistungssteigerung?

“Leistungssteigerung betrifft natürlich die gesamte Marktleistung. Die haben wir 2004 überprüft und Korrekturen lanciert. Das wirkt seit Mitte 2005 vollumfänglich. Die Korrekturen basieren auf einem besseren Kundenverständnis. Wir haben täglich eine Million Kunden in unseren Läden. Da darf man nicht mehr einfach vom Coop-Kunden reden, sondern man muss die unglaubliche Vielfalt erkennen, die in dieser Million steckt. Daraus haben wir geschlossen, dass wir den Kunden ein individuelles, multioptionales Sortiment bieten müssen. Dieses muss aber trotzdem klar strukturiert auf die jeweilige Zielgruppe eingehen. Wir nennen das den multioptionalen Markenmix.”

Ist das wirklich neu, dass eine Million Kunden pro Tag die Verkaufsstellen frequentieren?

“Natürlich ist das nicht neu. Aber das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren stark verändert; von einer eher nach innen gerichteten Orientierung zu einer eher nach aussen gerichteten, hedonistischen Orientierung. Man kann die Kunden heute viel weniger gut auf eine Linie positionieren. Der gleiche Kunde verhält sich je nach Situation unterschiedlich. Das führt dazu, dass man die Kunden heute anders ansprechen muss, andere Angebote bringen muss, anders kommunizieren muss als in der Vergangenheit.”



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