08.01.2001

OGI ADOLF, Bundespräsident/Januar 2001

Nach 13 Jahren Bundesrat ist Adolf Ogi zur Kultfigur geworden. Erst hart kritisiert, ja attackiert, referierte sich der unbeugsame Bergler in die Herzen der Menschen und zog sie in seinen Bann. Wie gewann er die Aufmerksamkeit? Wie legte er seine Reden an? Wie plante er seine Medienauftritte? “persönlich” hat ihn im Dezember, damals noch im Amt als Bundespräsident, befragt. Interview: Oliver Prange

Herr Ogi, im Dezember hielten Sie eine Ansprache an der Bundespräsidentenfeier von Moritz Leuenberger in der Zürcher Tonhalle. Sie gaben darin Ratschläge, nämlich, dass er die Wünsche der Medien sofort entgegennehmen und positiv beantworten solle, dass er sofort dem fünfseitigen Interview im SonntagsBlick zustimmen, einen Tag und eine Nacht die Glückspost zu sich lassen und mit Roger Schawinski auf den New York Marathon gehen sollte. Die Rede war ironisch vorgetragen, doch ich glaube, Sie meinten es durchaus ernst.

“Nein, ich habe es nicht ernst gemeint. Die Rede war lustig gemeint, sie kam in Zürich auch gut an. Sie sollte sich zudem etwas abheben von den üblicherweise feierlichen Reden, aber sie hat natürlich schon einen ernsthaften Hintergrund.”

Sie waren ja ein so genannter Medienminister, also jemand, der auf der Klaviatur der Medien zu spielen gewohnt ist.

“Wenn mich ein Medium anfragte, stand ich zur Verfügung. Was man auch immer über mich schrieb, ich hab die Medien nie gesucht. Aber wenn ein Journalist zu mir kam, dann wollte ich ihm immer dabei helfen, dass er ein gutes Interview oder ein gutes Foto bekommen konnte.”

Sie fühlten sich nicht angewiesen auf möglichst viel und gute Presse?

“Ich war schon angewiesen auf die Presse, weil meine Botschaften auch durch die Presse transportiert wurden.”



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