18.12.2006

NAISBITT, JOHN, Zukunftsforscher, Dezember 2006

Mindsets: Der amerikanische Zukunftsforscher und Bestsellerautor John Naisbitt (“Megatrends”) ist der Erfinder des Begriffs Globalisierung. Nun hat er ein neues Buch mit dem Titel “Mindsets” herausgegeben. Sein wichtigster Gedanke: Es ist eine Stärke, wenn man nicht recht haben muss. Naisbitt über die Überlegenheit amerikanischer Hochschulen gegenüber europäischen und die Entwicklung der individualisierten Kommunikation.

In Ihrem neuen Buch “Mindsets” schreiben Sie von der schlechten Verfassung europäischer Schulen. Können Sie das bitte ausführen?

“Wenn wir alle zusammensitzen würden und uns überlegten, wie wir die heutigen Schulen neu aufbauen würden, wie sähen diese aus? Bestimmt anders. Was sich heute ereignet, ist die Privatisierung von Schulen. Und das ist auch der Grund, weshalb Amerika stark ist, was die höhere Ausbildung betrifft. Das Land ist wettbewerbsfähig, und das hat auch damit zu tun, dass es in den USA 4500 Colleges gibt. 40 Prozent davon sind Privatschulen, und die öffentlichen Universitäten wie Berkeley sind ebenfalls sehr gut. Aber der Punkt ist: Die Universitäten und Colleges konkurrieren wie verrückt gegeneinander.”

Und das ist in Europa nicht der Fall?

“In Europa gibt es keinen Wettbewerb aus einem bestimmten Grund: Die universitäre Ausbildung ist staatlich. Die Regierung und viele Länder in Europa bezahlen den Studenten die Ausbildung, und so fällt auch die Konkurrenz weg. Allerdings sind nicht alle amerikanischen Universitäten teuer. Die Leute schauen immer nur nach Harvard, Yale oder Princeton. Dort kostet das Studiengeld 40000 Dollar pro Jahr. In Amerika findet eine Konkurrenz statt, weil es sich um einen Marktplatz handelt. In Europa hingegen ist die Ausbildung ein Arbeitsprogramm.”

Wie sieht es in Asien aus, wo sich viele Universitäten auf demselben Niveau befinden wie in Amerika?

“Indien verfügt beispielsweise über gute technische Schulen, aber sie sind nicht so gut, wie manche denken. Die meisten sind sehr stark an die Regierung gebunden, und deshalb möchten viele Studenten in den USA oder in England studieren.”



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