08.06.2000

FAVRE MICHEL, TA-Media/Oktober 1998

Das Haus TA-Media strotzt vor Gesundheit, doch die Gewinne hängen grossenteils vom Stellenanzeiger ab. Auch wenn die Konjunktur wegen der Finanzkrise einbrechen sollte, ist das TV3-Projekt nicht gefährdet. TA-Media-Chef Michel Favre, der selten Interviews gibt, über Projekte, die eigene Nachfolge und sein Verhältnis zu Roger Schawinski. Interview: Oliver Prange

Am Jahreskongress der Schweizer Presse in Gstaad hat Thomas Knecht, Geschäftsführer von McKinsey, ein Szenario vorgestellt, nach dem ein beträchtlicher Teil des Werbemarkts von 500 Millionen Franken von Print Richtung Fernsehen wechseln könnte. Steigen Sie darum ins TV-Geschäft ein?

"1992 entschieden wir uns, ein Publishing-House zu sein, das in Bereichen von Print bis Multimedia aktiv ist. Wir haben diesem Ziel die Struktur der Unternehmung angepasst. Vor zehn Jahren arbeiteten im Druckzentrum 60 Prozent unserer Belegschaft. Heute sind je ein Drittel in Redaktion, Verlag und Druckzentrum tätig. Damals beschäftigten wir 280 Journalisten, heute sind es 440. Wir investierten in neue Produkte, Facts, und ins Internet, wo wir einen Umsatz von 2,3 Millionen Franken erwirtschaften. Das Fernsehprojekt ist eine logische Weiterentwicklung. ”

Wie lange dauerte die Planung?

"Als wir unser Portfolio mit demjenigen von erfolgreichen ausländischen Medienhäusern verglichen, wurde klar, dass wir uns einen Einstieg ins Fernsehen gut überlegen mussten. Dieser Prozess startete vor knapp eineinhalb Jahren und beinhaltete Studien über die Machbarkeit und die Suche eines Partners, der das Risiko mitträgt.”

Sie mussten den Einstieg ins Fernsehen teuer bezahlen, acht Millionen Franken für eine Drittelsbeteiligung an TeleZüri. Warum haben Sie nicht von Beginn weg auf ein eigenes Projekt gesetzt?

"Als TeleZüri startete, war unser Unternehmen in keiner Weise für einen eigenen Einstieg bereit. Wir lancierten gerade Facts und wollten zuerst hier Break-even erreichen.”



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