01.07.2002

FAVRE MICHEL, ex-CEO Tamedia/Juli 2002

Unter der Leitung von CEO Michel Favre hat sich die Tamedia in zehn Jahren zu einem Multimedia-Haus gewandelt, doch sein Abschied wird überschattet von einem Konzernverlust. Dieser stammt nebst Konjunktureinbruch auch von diversen Neugründungen und Übernahmen, die nicht funktionierten und viel Geld verschlangen. Was hätte Favre besser machen können? Die Antworten im Interview: Oliver Prange.

Wenn Sie auf Ihre Zeit bei der Tamedia zurückblicken: Was haben Sie erreicht?

“Sie fangen ja ganz gut an – kaum im Büro, beginnen Sie zu schiessen.” (lacht)

Zu schiessen?

“Ich vertrete die These, dass es einen Lebenszyklus für einen CEO gibt. Jemand, der diese Position mit 150-prozentigem Einsatz ausübt, ist nach acht bis zwölf Jahren ausgebrannt. Dann muss es einen Bruch geben, und zwar aus verschiedenen Gründen: Es fehlen die Intensität, der Wille zur Erneuerung und auch die Originalität. Das ist wie bei der Zitrone: Wenn man sie ausgepresst hat, ist der Saft draussen. Die Gefahr besteht, dass der langjährige CEO die Realität aus den Augen verliert. Man hat eine starke Machtposition, und die macht einen blind. Man darf deshalb auf keinen Fall auf seinem Sessel kleben bleiben.”

Inwiefern verliert der CEO die Realität aus den Augen?

“Der CEO dreht sich im Kreis, während sich die Aussenwelt dramatisch verändert.”



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