09.03.2007

FÄSSLER HANS-PETER, deSede/März 2007

De Sede: 1988 kam Hans-Peter Fässler als Geschäftsführer zum Möbelunternehmen de Sede, seit 1993 ist er dessen Besitzer. Aus dem serbelnden Betrieb im aargauischen Klingnau wurde ein führendes Luxuslabel im Möbelbereich. Heute beschäftigt de Sede 300 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte in 120 Ländern. Selbst Persönlichkeiten wie Mick Jagger, Doris Leuthard und James Bond schwören auf die Edelsofas aus der Schweiz.

Herr Fässler, wie definieren Sie Luxus?

“Das Wort Luxus wird meist negativ benutzt. Eine alte Definition ist denn auch: Luxus ist das, was man nicht braucht, jedoch haben will. Dieses Wollen hat einen negativen Aspekt, es ist wie das Kind, das im Supermarkt auf dem Boden liegt und schreit: ‘Ich will, ich will.’ So darf Luxus nicht verstanden werden, Luxus darf nichts Negatives sein. Für mich ist er etwas sehr Positives und fast synonym für schön, toll und etwas erleben zu können.”

Mit de Sede besitzen Sie selbst eine Marke im Luxussegment. Wie halten Sie deren Mythos aufrecht?

“Wir konnten unsere Position stetig ausbauen, weil wir schon immer grossen Wert auf Qualität gelegt haben. In der Möbelbranche ist die Versuchung gross, Billigprodukte auf den Markt zu bringen. Das kann gefährliche Folgen haben, weil man dadurch an Glaubwürdigkeit verliert. Wir haben das Glück, dass unsere Zielgruppe hochstehende Produkte bevorzugt. Deswegen können wir unsere Linie konsequent durchziehen. Diese Loyalität macht uns auch stark gegenüber den Mitbewerbern. Dummheit kann man zwar eine Weile verkaufen, aber nicht allzu lange.”

Das heisst?

“Herkömmliche Sofas kann grundsätzlich jeder herstellen. Wer aber aus der Masse herausstechen will, muss einen Intelligenzvorsprung aufweisen und sich mit dem Kunden und dessen Wünschen intensiv auseinandersetzen. Hinzu kommen unverwechselbare Funktionen, die man auch patentieren kann und welche für den Käufer von Nutzen sind. So gelang es uns, einige Kultprodukte auf den Markt zu bringen, was ausser Le Corbusier noch niemand geschafft hat.”



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