08.06.2000

CONRAD MICHAEL, Leo Burnett/August 1997

Michael Conrad – Weltbürger. Seit über zehn Jahren arbeitet er am Hauptsitz von Leo Burnett in Chicago. Vor wenigen Wochen wurde Michael Conrad nun zum CD aller CDs weltweit befördert. Conrad sagt im Interview mit "persönlich”, wie er sich in den USA verändert hat. Interview: Oliver Prange

Sie sind mit 15 Prozent der Aktien an der Frankfurter Agentur Michael Conrad & Leo Burnett beteiligt, die mit 260 Mitarbeitern 480 Millionen Mark umsetzt, und Sie sind seit Juni CD aller CDs des weltweiten Leo Burnett-Netzwerks. Wie bringen Sie beide Jobs unter einen Hut?

"Ich habe mich total von jeder Agentur losgelöst und arbeite von Chicago aus mit allen Creative Directors des Netzwerks zusammen.”

Im Frühling wurden Sie zum Ehrenmitglied des ADC Deutschland erkoren. Einst waren Sie Kreativer, jetzt aber sind Sie Manager. Vermissen Sie die Zeit, da Sie selbst Werbung kreierten?

"Ich war immer Manager. Indem ich in Deutschland eine eigene Agentur aufbaute, hatte ich stets mit allen Belangen der Unternehmensführung zu tun. Aber ich bin natürlich ein Kreativer geblieben. Mein Job ist, die High-End-Kreativität aller Agenturen des Netzwerks zu managen, den lokalen Agenturleitern zu helfen, dass sie weiterkommen. Das Herz unserer Arbeit ist das globale Produkt-Komitee, das sich aus zehn Kreativen zusammensetzt. Dieses tagt eine Woche lang in jedem Vierteljahr. Es begutachtet und beurteilt die Arbeit aller Leo Burnett-Agenturen, das sind etwa 1200 Inserate und Spots. Wir geben dann allen ein Feedback. Zu den Treffen laden wir alternierend vier Agenturen aus verschiedenen Ländern ein. So lernt man sich international kennen und wird inspiriert.”

Wo liegen Ihre eigenen Stärken und Schwächen?

"Meine Stärke liegt in der Teamarbeit, meine Schwäche in zu grossem Verständnis für menschliche Belange. Manchmal wäre es gescheiter, ich würde konsequenter durchgreifen. Aber das hat wohl mit dem Alter zu tun: Ich bin geduldiger geworden. Ich höre besser zu und bin deshalb wohl auch ein besserer Motivator geworden. Anderseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass man manchmal Zeit verstreichen lassen muss, dann entwickeln sich die Dinge von selbst und laufen in die richtige Richtung.”



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