08.06.2000

COLLIOUD FREDY, Publicis/Juni 1999

Mit Fredy Collioud, Chef von Publicis in Zürich, stellt auch die Schweiz in Cannes einen Juror. Collioud sagt, wie er einerseits neutral bleiben, andererseits doch die Schweiz fördern will. Interview: Oliver Prange

Du bist Jury-Mitglied in Cannes. Freust du dich darauf?

"Natürlich, obschon es ein hartes Stück Arbeit sein wird. Ich gehe seit 1982 ans Werbefilmfestival, das damals in Venedig stattfand. Ich wäre aber lieber vor 20 Jahren in der Jury gewesen, dann hätte ich nur einige hundert Filme visionieren müssen statt über 6000.”

Üblicherweise sind in der Jury CDs vertreten, du bist aber CEO.

"Ich komme ja nicht vom Kommerziellen respektive Kaufmännischen, sondern begann als Texter und Konzepter und habe auch bei erfolgreichen TV-Kampagnen mitgearbeitet wie für Migros und Nescafé. Zudem war ich auch schon Mitglied von anderen Jurys, zum Beispiel Präsident von Eurobest.”

Was sind deine unmittelbaren Ziele als Jury-Mitglied?

"Ich möchte natürlich, dass wirklich die besten Spots einen Löwen erhalten. Und dass die Schweiz in der Jury gut vertreten ist. Schweizer Spots sind oft handicapiert in Cannes, weil die Filme im Ausland nicht bekannt sind. Als Juror drückt man nämlich den Knopf schneller, wenn ein Spot kommt, den man wiedererkennt. Die Schweiz hat es unter anderem auch schwer wegen ihrer Dreisprachigkeit. Deshalb haben Schweizer Spots oft keinen Dialog, was schade ist, denn ein guter Film lebt vom Dialog als dramaturgisches Mittel. Aber ich werde natürlich für die Schweiz lobbyieren.”



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