16.05.2006

CLAUSEN JÖRN, Trend & Lifestyle Adidas/Mai 2006

Gefahr, sich zu verzetteln: Die Marke Adidas ist extrem weitläufig. Sie bedient Jung wie Alt. Für den Sport, aber auch als Hometrainer. Zudem greift Konkurrent Nike Adidas immer stärker auf dem eigenen Territorium an, im Fussball. Für Adidas spielt Beckham, für Nike spielt Ronaldinho. Jörn Clausen, Adidas Head of Global Trend & Lifestyle Marketing, sagt “persönlich”, wo die Prioritäten liegen und wie er seine Trend-Scouts führt.

Sie sind bei Adidas für Trend und Lifestyle zuständig. Wie spürt man Trends auf?

“Ich mag das Wort eigentlich gar nicht, weil es oft kommerzialisiert wurde. Konkret auf Adidas bezogen heisst das: Wir beobachten, ob sich gewisse Bewegungen und Strömungen mit der Marke vertragen. Meine Hauptaufgabe ist die Entwicklung von international umsetzbaren Lifestyle-Strategien für die Marke Adidas. Unser Team entwickelt relevante Themen in Kooperation mit einem Netzwerk, das in den wichtigsten Metropolen der Welt vertreten ist. Wir kommunizieren Schwerpunktthemen der Marke Adidas an Multiplikatoren, und zwar in deren Sprache. Es ist nicht so, dass wir in meinem Bereich Trendscouts haben, die irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs sind, in Internetcafés sitzen und mit ihren Laptops die coolsten Sachen herausfinden. Meine Aufgabe ist es, ein Team zu managen. Ich gebe die Marschrichtung vor und entwickle dann selbst ein Gespür, um auf die Ideen zu reagieren, die an mich herangetragen werden.”

Wie finden Sie weltweite Strömungen heraus?

“Unser Netzwerk setzt sich aus 25 Angestellten zusammen. In Tokio, London, Los Angeles und New York haben wir eigene Leute, und dann gibt es auch ein Agenturnetzwerk in Berlin, Mailand, Barcelona und Paris. Das sind die strategischen Städte, die wir definiert haben. Das Netzwerk greift natürlich auch die lokalen Begebenheiten auf, und das kann man dann auf eine globale Plattform transportieren.”

Welche konkrete Strömungen stellen Sie fest?

“Grundsätzlich ist alles möglich, die Grenzen sind wesentlich fliessender geworden, sowohl was Mode/ Style im Allgemeinen betrifft als auch auf die Demografie der Personen bezogen. Dadurch wird es für eine Marke auf der einen Seite einfacher, eine breites Publikum zu erreichen, die Differenzierung im Konkreten ist dann jedoch auf der anderen Seite wesentlich komplexer und vielseitiger.”



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