12.05.2005

CHRISTIANSEN SABINE, Journalistin / Mai 2005

Powerfrau: Wer hat mehr Macht – der deutsche Bundespräsident oder Sabine Christiansen? Für Bundestagspräsident Wolfgang Thierse ist klar: die Zweitgenannte. Seit sieben Jahren moderiert die 48-jährige Journalistin die Politsendung “Sabine Christiansen”, welche mit fünf Millionen Zuschauern zu den erfolgreichsten Formaten des deutschen Fernsehens zählt. Gegenüber “persönlich” äussert sie sich über aufdringliche PR-Berater und den Versuch von Roger Schawinski, ihre Sendung zu konkurrenzieren.

Frau Christiansen, soeben hat Ihnen Sat.1-Chef Roger Schawinski den Kampf angesagt, indem er auf seinem Sender am Sonntagabend eine eigene Polit-Talkshow einführen will. Fürchten Sie sich davor?

“Warum soll ich mich davor fürchten? Da er mit seiner Sendung erstens eine dreiviertel Stunde später und zweitens mit einem nicht wirklich erkennbaren Konzept daherkommt, darf er es gerne versuchen. Es wird für Sat.1 jedenfalls nicht ganz einfach; zum einen muss er die Zuschauer auf seinen Sender rüberziehen, zum andern muss er sie zu später Nachtstunde auch für Polit- und Wirtschaftsthemen begeistern. Nachdem Schawinski die Sendung bereits so früh angekündigt hat, warten wir gespannt auf das Resultat. Schaun’mer mal!”

Sind Sie wirklich so gelassen, wie Sie sich geben?

“Da diese Sendung nicht zu unserer Sendezeit läuft und – wenn überhaupt – Interesse in der ganz anderen Sat.1-Zielgruppe wecken soll, will ich diese Programmplanung nicht weiter kommentieren. Doch dieses Beispiel zeigt eines: Nicht nur in der Politik personalisiert man gerne, sondern auch in den Medien. Es heisst heute nicht mehr nur Angie gegen Münte, sondern Kerner gegen Christiansen – oder in diesem Fall Schawinski gegen Christiansen. Damit verkaufen sich trockene Themen einfach besser.”

Aber gerade Sie personalisieren am meisten, indem Sie Ihrer Talk-Show Ihren eigenen Namen gegeben haben.

“Ich weiss nicht, ob man diese Frage auch einem Mann stellen würde. Es war der Entschluss des Senders, an welchen ich mich auch gewöhnen musste. Mittlerweile ist es unser Label.”



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