21.10.2010

BÜRGE CHRISTOPH/ Oktober 2010

Zurück in der Schweiz: Jahrelang war Christoph Bürge als Medienmanager im Ausland tätig. Zuletzt als Unterhaltungschef des deutschen Privatsenders Sat.1. Seit Februar führt der 48-Jährige die Zürcher Produktionsfirma B?&?B Endemol und hat mit «Best Friends» auf SF 2 gleich eine neue Vorabendserie ins Rennen geschickt. Ein Gespräch über den kleinen Schweizer Markt, alte Fabrikzeiten und herausragende Formate.

Herr Bürge, Sie sind mit Ihrer Firma Produzent der neuen SF-Jugendserie «Best Friends». Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Über Umwege. Urs Fitze, der Programmentwickler des Schweizer Fernsehens, war begeistert von der Serie «Spangas», die seit Jahren erfolgreich in Holland läuft. Insgesamt sind dort schon über 600 Folgen abgedreht worden. Er hat dann die Produktionsfirma NL Film angesprochen – mit dem Ziel, eine Adaption für den Schweizer Markt in die Wege zu leiten. NL Film ist ein Teil der Endemol Gruppe. Deshalb ist der Ball dann uns zugespielt worden.

Wie nah ist die Serie nun am holländischen Original?

Die Anlage ist sehr ähnlich. Die Schweizer Serie basiert auf den Drehbüchern der holländischen Serie. Auch die zehn Hauptfiguren sind angelehnt an das Original. Sie sind aber sehr stark an die hiesigen Gegebenheiten angepasst worden. Die Zusammensetzung der Nationalitäten ist hier logischerweise ganz anders als in Holland. Dort kommen zum Beispiel viel mehr Einwanderer von den Antillen und nicht wie hier aus dem Balkan.

Hat die Serie das Zeug zum Klassiker? Werden sich Jugendliche dereinst die DVD-Box von «Best Friends» zu Weihnachten wünschen?

Ich glaube sehr an das Projekt, aber es braucht Zeit. Wir wollen mit der Serie ja eine Gewohnheit aufbauen. Die Jugendlichen sollen jeden Tag um 18 Uhr SF 2 einschalten. Und bis sich diese Gewohnheit etabliert hat, dauert es einfach. Schliesslich müssen dafür auch alte Gewohnheiten abgelegt werden. Da braucht es einen langen Atem. Das zeigen Beispiele aus Deutschland wie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». Das Format hatte am Anfang einen sehr schweren Stand. Heute ist die Serie der absolute Quotengarant von RTL.



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