29.08.2008

BÜHRER GEROLD, Präsident des Schweizer Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse/August 2008

Der Präsident: Seit zwei Jahren ist der ehemalige FDP-Nationalrat Gerold Bührer Präsident des Schweizer Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, zu deren Mitgliedern Branchenverbände, kantonale Handelskammern sowie einige Einzelfirmen gehören. Kein leichter Job: Bührer muss ständig für die Einheit seiner Organisation und gegen wirtschaftliche Druckversuche aus dem Ausland kämpfen. Dank seiner politischen Erfahrung bringt er aber frischen Wind in das Bollwerk der Schweizer Wirtschaft.

Herr Bührer, momentan macht ein Wort die Runde: Rezession. Teilen Sie diesen Pessimismus?

“Ja, auch ich gehe davon aus, dass das Wirtschaftswachstum gegenüber den Vorjahren deutlich nachlassen wird. Wir haben bekanntlich eine Wachstumsschätzung von 1,6 Prozent abgegeben, und an dieser halten wir fest. Auch das Jahr 2009 wird diesbezüglich eher enttäuschend ausfallen. Von einer eigentlichen Rezession, also einem negativen Wachstum, kann man jedoch nicht sprechen.”

Warum nicht?

“Weil die dafür massgebenden Indikatoren nicht derart negativ sind. Insbesondere der Arbeitsmarkt bildet eine gute Stütze für den Konsum. Auch auf der Zinsseite sehe ich zumindest keinen gravierenden Anstieg vor uns.”

Wer wird nun unter dieser misslichen Wirtschaftssituation am meisten leiden?

“Klar ist, dass aufgrund der Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Tempos die Exportzuwachsraten geringer werden, was bereits seit einigen Monaten feststellbar ist. Auch die Investitionstätigkeit ist bereits in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Konsum, welcher 60 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmacht, wird hingegen, wie erwähnt, weniger rasch betroffen sein.”



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