10.03.2014

BUCHMANN VIVIANE/November 2013

Das Carsharing-Unternehmen Mobility gewinnt dieses Jahr den begehrten GfM-Marketingpreis. Wohl keine andere Firma verkörpert so den Wandel im Zeitgeist wie die Innerschweizer Firma, die längst für das neue Lebensgefühl «Teilen statt Besitz» steht. «persönlich» hat sich mit Mobility-Geschäftsführerin Viviane Buchmann am Hauptsitz in Luzern unterhalten.

Frau Buchmann, herzlichen Glückwunsch zum GfM-Preis 2013. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie und für Mobility?
Das ist ein bedeutender Preis mit hoher Ausstrahlungskraft, entsprechend geehrt fühlen wir uns. Diese Auszeichnung bestätigt, dass Mobility aus ihrer Nischenposition herausgewachsen ist und als Marke wahrgenommen wird, die in der Schweiz kontinuierlich an Bedeutung gewonnen hat. Wer heute an Mobilität denkt, denkt auch an Mobility. Das verdanken wir einerseits unserer Kundschaft, die Mobility und das Carsharing zu einem Teil ihres Alltags gemacht hat, andererseits unseren engagierten Mitarbeitenden, die mit viel Herzblut Tag für Tag dafür sorgen, dass unsere Autos zuverlässig reserviert und gefahren werden können.

Trendsetter und erfolgreiche Marketingunter­nehmen kommen oftmals aus städtischen Zentren wie dem Grossraum Zürich. Die Marke Mobility kommt jedoch aus der Innerschweiz.
Ein Teil unseres Unternehmens stammt aus Zürich.  Ursprünglich gab es zwei Genossenschaften, die mit der gleichen Idee in der Schweiz gestartet sind: die Sharecom in Zürich und die ATG in Stans. Zuerst arbeiteten beide Unternehmen ausschliesslich regional. Es gab bis vor sechzehn Jahren also zwei Carsharing-Anbieter. 1997 entschlossen sie sich für eine Fusion, aus der die heutige Mobility-Genossenschaft hervorgegangen ist.

Ein eigenes Auto ist für viele Jugendliche immer noch ein Statussymbol. Man mokiert sich auch ein bisschen über diejenigen, die sich ein Auto teilen.
Das war einmal. Früher hat man das Privatauto mit grenzenloser Freiheit assoziiert, vor allem, wenn man wie ich auf dem Land aufgewachsen ist. Um abends einen bestimmten Ort zu erreichen, war ein Auto damals schlichtweg notwendig. Heute allerdings ist die ganze Schweiz mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen und erreichbar. Das ist sicher ein wichtiger Grund, weshalb das Statussymbol Auto insbesondere bei jungen Menschen an Wert verliert. Der andere ist die Verkehrsüberlastung, der wir inzwischen ausgeliefert sind. Wer morgens zur Arbeit fährt, bleibt oftmals im Stau stecken. Deshalb nutzen viele nur noch ein Auto, wenn es wirklich nötig ist. 

Welche Verkehrsmittel erleben im Gegenzug einen Aufschwung?
Heute steht für immer mehr Menschen eine nahtlose Mobilitätskette im Vordergrund. Sie wollen  einfach und entspannt von A nach B gelangen und legen Teilstrecken nach individuellen Bedürfnissen mit verschiedenen Verkehrsmitteln zurück – also per Bahn, Bus, Velo oder eben mit einem Mobility-Auto. Von diesem veränderten Mobilitätsverhalten profitiert unser Unternehmen. Ich glaube, dass der Nutzen einer Sache mittlerweile sogar wichtiger ist als deren Besitz. Das hat sich beispielsweise in der Musik- und Filmindustrie gezeigt.

Was war für diesen Bruch ausschlaggebend? 
Ich glaube nicht, dass es einen eigentlichen Bruch gab, sondern dass die Entstehung der sogenannten «Shareconomy», also des Teilens von Dingen und Dienstleistungen, ein anhaltender Prozess ist,  der in den letzten Jahren dank des Internets einen regelrechten Boom erlebt hat. Das war in der Gründungszeit von Mobility noch nicht so, damals standen ökologische Überlegungen wie Waldsterben oder saurer Regen im Vordergrund.

Heute denn nicht mehr?
Der Umweltgedanke bleibt wichtig. Stellen Sie sich vor, Mobility-Kunden  sparen 23 000 Privatautos auf Schweizer Strassen ein und verhindern jedes Jahr den Ausstoss von 18 000 Tonnen CO2. Eine tolle Sache für uns alle. Allerdings ist der grüne Aspekt heutzutage längst nicht mehr der einzige, wieso sich Leute für Mobility entscheiden: Carsharing spart einem durchschnittlich 4000 Franken pro Jahr. Auch Convenience spielt eine wichtige Rolle, denn man muss sich um nichts mehr kümmern, weder um Versicherung, Parkplatz, Wartung noch um Reifenwechsel oder Vignette. Gerade in Städten ist das ein zentraler Entscheidungsfaktor.

Wieso hauptsächlich in den Städten?
In Städten fallen hohe Kosten an: Wer zentral in Zürich wohnt, zahlt für seinen Parkplatz fast so viel wie für eine kleine Einzimmerwohnung in einer Randregion. Um öffentliche Parkplätze steht es auch nicht besser. Viele Quartiere sind mittlerweile so überfüllt, dass man endlos herumkurven muss, bevor man eine Lücke findet.
Der Umgang mit der Mobilität widerspiegelt die ganz persönlichen Bedürfnisse der Pendler. Heute existieren in der ganzen Schweiz viele gut ausgebaute Busverbindungen und Taktfahrpläne, die eine kombinierte Mobilität mit Carsharing ermöglichen und ein Privatauto überflüssig machen. Damit unser Unternehmen weitere Möglichkeiten der kombinierten Mobilität anbieten kann, planen wir einen Pilotversuch mit Free Floating Carsharing.

Was ist Free Floating Carsharing – und worin unterscheidet es sich vom klassischen Carsharing?
Im Rahmen dieses Modells nutzen Kunden die Autos spontan und ohne vorgängige Reservation für Kurzstrecken innerhalb eines Stadtzentrums. Die Fahrzeuge lassen sich dabei live per Smartphone orten und können nach der Fahrt ganz einfach auf einem Parkplatz innerhalb des definierten Stadtgebietes parkiert werden. Das klassische Mobility-Carsharing hingegen erlaubt es, Autos vorzureservieren, für längere Fahrten zu nutzen und aus neun Fahrzeugkategorien auszuwählen. Das heisst: Sie haben sicher das Auto, das Sie wollen, dort, wo Sie es benötigen. Sie sehen: zwei verschiedene Modelle mit individuellen Vorteilen. Deshalb wird Free Floating unser bisheriges Angebot nur ergänzen, nicht ersetzen.

Wann und mit wem startet der Pilotversuch?
Wir haben mit verschiedenen Schweizer Städten gesprochen, um abzuklären, ob Interesse an einem entsprechenden Pilotversuch besteht. Sehr erfreulich ist, dass wir fast nur positive Reaktionen entgegennehmen durften. Eine Entscheidung  für eine Stadt ist noch nicht gefällt, aber unser Ziel ist,  Free Floating 2014 zusammen mit Partnern auszurollen. Das Pilotprojekt wird aufzeigen, ob und wie Free Floating Carsharing auf Schweizer Verhältnisse, also kleinere Städte, anwendbar ist. Begleitet wird das Projekt von einer wissenschaftlichen Studie.

Wo liegen die Herausforderungen beim Free Floating Carsharing?
Wir müssen uns mit den Städten auf Parkplatzlösungen einigen können und benötigen schnell einen gewissen Nutzerkreis, damit sich die Autos, die wir alle auf einen Schlag platzieren werden, auch bewegen. Hinzu kommt, dass sich die aktuellen Anbieter solcher Modelle im Ausland auf die grossen Städte und Agglomerationen fokussieren. Dass Free Floating in Berlin oder Paris funktioniert, muss nicht zwingend heissen, dass  das auch in der Schweiz der Fall ist.  

Wer zahlt bei diesem Modell eigentlich die Parkgebühren?
Diese Kosten übernehmen wir als Anbieter, indem wir zum Beispiel mit der Gemeinde oder Stadt eine Vereinbarung über einen Pauschalbetrag abschliessen.

In der Schweiz verfügt Mobility über 2650 Autos. Wie haben Sie diese innerhalb des Landes verteilt?
Die meisten stehen im urbanen Raum und in Agglomerationen. In Zürich beispielsweise ist alle 250 Meter ein Mobility-Auto platziert. Unser nationales Standortnetz ist so engmaschig, dass jede Gemeinde mit über 5000 Einwohnern über einen Mobility-Standort verfügt. Punkto Dichte sind wir ­damit Weltmeister! Zudem ist jeder sechzigste erwachsene Schweizer Mobility-Kunde. Darauf sind wir stolz.

Ihr Unternehmen ist jetzt seit über zwanzig Jahren sehr erfolgreich. Gab es rückblickend niemals einen Einbruch? Jede Firma hat doch irgendwann eine Krise.
In den Anfangsjahren nach der Fusion hatte Mobility eine Disharmonie zwischen Angebot und Kunden. Man analysierte die Situation und erkannte, dass Angebotsdruck nur beschränkt Kunden anzieht. Denn potenzielle Carsharer müssen sich zuerst mit dem Thema Mobilität auseinandersetzen, bevor sie unser Angebot überhaupt nutzen. Entsprechend kann man nicht einfach die Anzahl Autos erhöhen und damit sofort die nötige Kundennachfrage generieren. Es galt, das Grundangebot sinnvoll zu korrigieren.

Hat man das geschafft?
Ja. Die Anzahl Autos wurde den realen Kundenbedürfnissen angepasst und so eine gesunde Balance geschaffen. Es ist eine Herausforderung, solch ein Geschäft langfristig rentabel betreiben zu können.

Wie meinen Sie das genau?
Autofahren ist wie Durst: Den Durst von gestern können Sie nicht morgen löschen. Oder auf unser Geschäftsfeld heruntergebrochen: Die Fahrt, die Sie gestern machen wollten, machen Sie nicht unbedingt übermorgen. Deshalb kann Mobility ihr Angebot  nur so weit ausbauen, wie eine konkrete Nachfrage, ein konkretes Bedürfnis bestehen. Diese zu erkennen und darauf zu reagieren ist eine zentrale Herausforderung.

Wie erkennen Sie denn die Bedürfnisse Ihrer Kunden?
Wir pflegen mit unseren Kunden einen engen Kontakt. Wir befragen sie laufend und verwerten sämtliche Rückmeldungen, auch jene, die der Kundendienst entgegennimmt. Zudem bauen wir auf ein umfangreiches Reporting und Kennzahlensystem als Basis für Managemententscheide.

Warum gibt es noch keine ernsthafte Konkurrenz?
Es gibt schon andere Anbieter, zum Beispiel in Deutschland. Die Automobilindustrie hat darauf reagiert, dass viele Jugendliche  ihren Führerausweis immer später machen, auch in der Schweiz. Zudem werden die Neuwagen-Käufer immer älter. Gleichzeitig haben viele Junge – trotz steigendem Bedürfnis nach Mobilität – weniger Interesse an einem eigenen Auto. Diese Prämissen gefährden ein jahrhundertealtes Geschäftsmodell und haben die Strategieetagen dieser Unternehmen nach neuen Möglichkeiten suchen lassen. Ein Beispiel: In einer Studie untersuchte Frost & Sullivan das weltweite Potenzial von Carsharing.  Dort heisst es unter anderem, dass etwa vierzig Prozent der derzeitigen Wagenhalter auf ihr Fahrzeug verzichten würden, sobald sie Mitglied eines Carsharing-Verbunds werden. Etwa sechzig Prozent der jetzigen Carsharer erwägen grundsätzlich keinen Autokauf.

Was heisst das für Sie?
Der ganze Markt ist stark in Bewegung, neue Carsharing-Anbieter und -Angebote schiessen wie Pilze aus dem Boden. Bis jetzt spüren wir noch keine konkreten Auswirkungen in der Schweiz, vielleicht auch weil Mobility den Heimmarkt bereits stark abdeckt. Tatsache aber ist, dass die Schweiz ein attraktiver Markt bleibt.

Migros hat ihr eigenes Carsharing-Modell angekündigt. Bereitet Ihnen das Bauchschmerzen?
Konkurrenz belebt den Markt und unterstützt eine dynamische Entwicklung der Branche. So gesehen fördert sie  auch das Mobilitätsmodell Carsharing. Das Angebot der Migros unterscheidet sich jedoch vom unsrigen. Beim Migros-Modell geht es um das Teilen von privaten oder firmeneigenen Autos. Meiner Meinung nach birgt das vor allem in Bezug auf das Privatfahrzeug eine hohe kommunikative Herausforderung, denn Herr und Frau Schweizer nutzen es gerne als persönliches «Wohnzimmer». Sie wissen, wo sich die Kaugummis und der Führerausweis befinden oder wo der Schirm liegt. Das müsste nun alles geräumt werden. Gleichzeitig liegt – ganz anders als bei uns –die ganze Verantwortung bei den Autobesitzern: Verursacht der Mieter einen Schaden, muss sich der Eigentümer um die Umtriebe kümmern. Auch die Fahrzeugreinigung und das Inkasso sind Sache des Autobesitzers. Ein Carsharing-Modell also, das sich zuerst zu beweisen hat und in welches die Schweizerinnen und Schweizer Vertrauen entwickeln müssen. Mobility hingegen entlastet ihre Kunden von allem, was mit Autobesitz zusammenhängt, und stellt ihren Kunden sichere Fahrzeuge in verschiedenen Kategorien zur Verfügung – rund um die Uhr, schweizweit und  in Selbstbedienung.

Sie arbeiten sehr eng mit den SBB, der Migros, Avis und Hertz zusammen. Wie hat sich diese Zusammenarbeit bewährt?
Sehr gut. Unsere Kooperationen sind für alle Seiten eine Win-win-Situation.

Sind die Firmen auf Sie zugekommen?
Teilweise ja. Mit unseren Partnern arbeiten wir seit vielen Jahren auf einer professionellen und vertrauensvollen Basis zusammen. Ich will drei herauspicken. Die SBB beispielsweise sind ein geschätzter und strategisch wichtiger Partner, mit dem wir unter anderem gemeinsame Werbekampagnen umsetzen, die die kombinierte Mobilität fördern. Das macht Sinn, weil Bahn und Mobility das Paradebeispiel für kombinierte Mobilität sind. Unsere Kunden erbringen den Beweis: Sie legen deutlich mehr Kilometer mit dem öffentlichen Verkehr zurück als normale Autofahrer. Auch die Kooperation mit Car-Rental-Unternehmen bringt unseren Kunden Vorteile, da Mobility auf Mieten bis zu drei Tagen spezialisiert ist.  Bei langen Mietdauern und bei Mieten im Ausland lohnt es sich preislich, einen klassischen Mietwagen zu nutzen. Und dank unserem erfolgreichen Zusammenspannen mit der Migros können Kunden Cumulus-Punkte sammeln. Eine Option, die rege genutzt wird.

Wie sehen Sie die Zukunft? Wäre es möglich, dass Mobility wie in den USA auf Elektroautos wechselt?
Der Anteil an Elektroautos liegt in der Schweiz bei 0,04 Prozent. Trotzdem glaube ich, dass Elektromobilität in Zukunft an Gewicht gewinnen wird. So haben wir in unserer Flotte bereits heute zwanzig Elektroautos. Zwei kritische Faktoren, welch grossen Einfluss diese Verkehrsmittel auf die schnellere Verbreitung haben, ist deren Reichweite und die Ladeinfrastruktur. Hinzu kommt die Frage nach der Stromherkunft.
 
Die Reichweite beträgt etwa 150 Kilometer .
Ja, wobei das normalerweise ausreicht, denn die Durchschnittsfahrt in der Schweiz beträgt gemäss Mikrozensus 2010 rund dreissig Kilometer. Es herrscht jedoch bei vielen Kunden noch immer die Befürchtung, plötzlich stillzustehen, da sie nicht wie mit dem normalen Auto einfach an eine Tankstelle fahren, kurz tanken und die Reise fortsetzen können. Dazu kann ich nur sagen: Diese Angst ist unbegründet, die neuen Elektroautos sind wirklich toll zu fahren. Zum Beispiel der Renault Zoe, von dem wir im Herbst zwanzig Modelle in unsere Flotte nehmen. Wir können es jedem nur ans Herz legen, einmal Elektromobilität auszuprobieren.

Pitchen Sie bei den Autofirmen? Nach welchen Kriterien gehen Sie bei der Auswahl vor?
Mobility-Autos müssen strenge Kriterien erfüllen, damit wir sie in unsere Flotte integrieren. Dazu zählen hohe Sicherheitsstandards, niedriger Verbrauch und einfache Bedienbarkeit. Sobald wir passende Modelle gefunden haben, verhandeln wir mit den Importeuren. Mobility ist sicherlich ein interessanter Grosseinkäufer innerhalb der Schweiz. 

Wie entwickelt sich der Verkehr in den nächs­ten Jahren?
Irgendwann wird eine Regulierung nötig sein. In Bern werden jetzt schon verschiedene Modelle diskutiert, wobei Mobility-Pricing im Vordergrund steht.

Das heisst?
Mobility-Pricing basiert auf dem Prinzip, dass Verkehrskosten verursachergerechter abgewälzt werden. Eine der Massnahmen könnte lauten, verschiedene Mobilitätspreise für unterschiedliche Tageszeiten einzuführen, damit Stosszeiten entlastet werden. Ich glaube, eine Regulierung des Strassenverkehrs ist unumgänglich, da der Bau neuer Strassen alleine nicht den gewünschten Effekt bringt. Egal, für welche Lösung sich die Politik entscheidet, Mobility sollte unbedingt Teil davon sein. Denn ein einziges ­Mobility-Fahrzeug ersetzt neun Privatautos; dank unserem Angebot reduziert sich die Anzahl Autos in der Schweiz heute schon um die Anzahl der im Kanton Glarus immatrikulierten Fahrzeuge, und es wird eine Fläche von 35 000 Parkplätzen eingespart. Ich hoffe, dass sich dessen in den nächsten Jahren noch mehr Menschen bewusst werden und sie sich Mobility anschliessen.

Das bedeutet für Ihre Firma natürlich Wachstum. Wo sehen Sie Wachstumspotenzial, und wie sieht Ihre Strategie aus?
Unsere Ziel ist, unsere Position als Marktführer im Heimmarkt weiter zu festigen, indem wir die bestehenden Angebote weiterentwickeln und neue Zielgruppen mit innovativen Angeboten von Carsharing überzeugen. Im technologischen Bereich wollen wir unsere Carsharing-Software MobiSys als «Software as a service» etablieren.
Ich bin überzeugt, dass wir genügend Potenzial in der Schweiz haben. So etwa im Bereich Firmenkunden, wo uns bereits 3800 Unternehmen ihr Vertrauen schenken. Mobilitätsmanagement wird für Firmen immer wichtiger, entsprechend wächst die Nachfrage. Diese bedienen wir, indem wir ihnen Mobility-Autos anbieten – oder indem wir unsere Technologie in ihre firmeneigenen Wagen einbauen, das sogenannte «Poolcar-Sharing». Auch für junge Menschen kreieren wir laufend neue Angebote, beispielsweise für Lernfahrer oder Studenten. Und in urbanen Siedlungen gibt es grosses Potenzial, Mobility-Fahrzeuge direkt vor der Haustüre zu platzieren. Carsharing-Fahrzeuge sollen bald so selbstverständlich zur Infrastruktur einer Wohnüberbauung gehören wie  Spielplätze oder Lifte.

Ist es eigentlich einfach, städtische ­Standorte zu eröffnen?
Standorte und Parkplätze an zentralen urbanen Lagen zu finden ist eine grosse Herausforderung. Wir haben eine ganze Abteilung, die sich ausschliesslich dieser Aufgabe widmet.

Wem gehört Mobility?
Unseren Genossenschaftern. Etwa die Hälfte unserer über 105 000 Kunden sind Genossenschafter.

Bestand nie die Idee, die Genossenschaft zu einer Aktiengesellschaft umzuwandeln?
Wir sind mit unserer Rechtsform sehr erfolgreich, da sie nicht den kurzfristigen Gewinn anstrebt. Sie erlaubt uns vielmehr, eine langfristige Strategie anzusetzen, die die nachhaltige Weiterentwicklung unseres Angebotes zum Ziel hat. Wir haben als Genossenschaft das grosse Privileg, nicht ständig auf den nächsten Quartalsabschluss hinarbeiten zu müssen und bei jeder Schwankung das Steuer herumreissen zu müssen. Das sind grosse Vorteile. Deshalb sehe ich keinen Bedarf, etwas zu verändern.

Frau Buchmann, wie sind Sie zu Mobility gekommen?
Diese Firma hat mich schon immer fasziniert. Vor meiner Zeit bei Mobility war ich bei einem Unternehmen tätig, das Wohnungs-Sharing anbot. Also hatte ich bereits einen Bezug zu und eine innere Begeisterung für die Shareconomy. Als sich die Gelegenheit für einen Wechsel bot, habe ich sie 2006 gepackt. Ab 2008 habe  ich dann die Geschäftsleitung übernommen. Ich darf einen sehr interessanten Job ausüben, der viel Gestaltungsspielraum bietet und mir enorm Spass macht.

Haben Sie ein eigenes Auto?
Nein, ich habe kein eigenes Auto. Ich fahre mit Mobility. 



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