08.10.2017

Roman Polanski

Regisseur führt Leben als Verfolgter

«Ich muss mit Fake News leben», sagt der 84-Jährige in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Seit dem Mord an Sharon Tate sei er ein Gejagter. Ausserdem: Die Teilnahme am diesjährigen Zurich Film Festival sei für Polanski emotional gewesen.
Roman Polanski: Regisseur führt Leben als Verfolgter
Roman Polanski besuchte am 2. Oktober das Zurich Film Festival. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Filmregisseur und Schauspieler Roman Polanski sagt, er führe ein Leben als Verfolgter, seit 1969 seine damals hochschwangere Frau Sharon Tate ermordet wurde. «Es war die Zeit, als ich begriff, dass die Medien gefährlich sein können», erzählt er im Exklusivinterview der «NZZ am Sonntag». «Denn bevor die Mörder gefasst wurden, was ziemlich lange dauerte, insinuierten die Medien, ich sei mitverantwortlich für die Tragödie, weil ich dieses Massaker mit meinen Filmen inspiriert hätte.» Er habe damals auf der Flucht vor den Paparazzi Sicherheit in Gstaad gesucht und sei seither jeden Winter ins Berner Oberland zurückgekehrt.

Auf die Frage, wie er auf Unwahrheiten in der Presse reagiere, antwortete Polanski gegenüber der NZZaS: «Ich habe mich daran gewöhnt, ich muss mit Fake News leben. Aber manchmal tut es weh, wenn wieder ein neues Element aus meinem Leben ausgeschlachtet wird.» Oft spiele dabei Antisemitismus eine Rolle.

Polanski sagt, er habe für den Missbrauch der minderjährigen Samantha Geimer 1977 in Los Angeles gebüsst. «Ich habe für die USA wirklich alles getan, was von mir verlangt wurde», sagte er in der «NZZ am Sonntag»: «Ich habe mich schuldig bekannt, wurde bestraft, kam ins Gefängnis und wurde noch einmal inhaftiert hier in der Schweiz, als ich das Filmfestival in Zürich besuchen wollte.» (persoenlich.com berichtete)

Schlechte Erinnerungen kamen hoch

Die Teilnahme am diesjährigen Festival sei für ihn emotional gewesen. «Der Besuch hat mir keine Schmerzen bereitet, aber schlechte Erinnerungen aufsteigen lassen. Ich war jedenfalls froh, dass mich diesmal nach der Landung keine Polizisten auf dem Rollfeld erwartet haben.»

Das Interview mit Polanski fand am 2. Oktober statt. Tags darauf wurde bekannt, dass die Schauspielerin Renate Langer ihm vorwirft, er habe sie 1972 in Gstaad vergewaltigt. Auf neue Fragen der NZZaS antwortete Polanskis Anwalt: «Es gibt dazu keinen Kommentar.» (pd/cbe)

 



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