28.09.2017

Todesfall

«Playboy»-Gründer Hugh Hefner ist tot

Der Magazingründer starb «friedlich und unter natürlichen Umständen» im Alter von 91 Jahren.
Todesfall: «Playboy»-Gründer Hugh Hefner ist tot
Der als Frauenschwarm geltende Hugh Hefner war für sein ausschweifendes und freizügiges Leben bekannt. (Bild: Keystone)

Bis zum Schluss hat sich Hugh Hefner den Spass nicht vom Alter verderben lassen: Der Gründer des Erotikmagazins «Playboy» ging noch in hohem Alter in Nachtclubs feiern und war an der Erstellung der Magazin-Ausgaben beteiligt. Nun ist er in seiner «Playboy-Mansion» im Alter von 91 Jahren gestorben.

Hefner hatte 1953 das Magazin gegründet, das mit seinen Nacktfotos für Furore sorgte. Er selbst hatte einst für sich in Anspruch genommen, die sexuelle Revolution ab den 50er-Jahren in der westlichen Welt mit angefeuert zu haben.

Der Pionier der Erotikpresse lebte auch selbst die sexuelle Freizügigkeit aus. In seiner «Playboy Mansion» in Los Angeles feierte er ausschweifende Sex-Partys, stets zeigte er sich in Begleitung junger Frauen.

Legendär ist sein roter Samt-Bademantel, in dem er häufig für Fotos posierte. Die Twitter-Mitteilung zu seinem Tod zeigte ein Foto von Hefner und zitierte dessen Lebensmotto: «Das Leben ist zu kurz, um den Traum von jemand anderem zu leben.»


Das Magazin mit Ablegern in zahlreichen Ländern setzt bis heute auf eine Mischung aus Erotikfotos und Berichten über Mode, Kultur und Politik. Immer wieder liessen sich prominente Frauen nackt für den «Playboy» ablichten.

Marilyn Monroe und Ursula Andress

Den Auftakt machte Marilyn Monroe. Sie zierte das erste Titelbild. Später liessen Ikonen wie Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, Sharon Stone, Nancy Sinatra, Pamela Anderson oder Madonna für das Hochglanzmagazin mit der Ausklappseite die Hüllen fallen.

Dann erklärte das Magazin zum Entsetzen seiner Fans, angesichts grosser Erotik-Konkurrenz aus dem Internet und sinkender Auflagenzahlen, dass Nacktfotos überholt seien. Künftig werde darauf verzichtet – ein Jahr später, im Februar 2017, kehrte der «Playboy» aber zu seinem Erfolgskonzept zurück (persoenlich.com berichtete).

Begonnen hatte Hefners Magazin mit 50'000 verkauften Exemplaren. Damit hatte der der Erstling alle Erwartungen übertroffen. Seinen Zenit erreichte das Blatt im Jahr 1972 mit einer Auflage von sieben Millionen Exemplaren: Zu Hefners weltweitem Imperium gehören fast zwei Dutzend Playboy-Clubs sowie Platten-, TV- und Filmfirmen.

Hefner war drei Mal verheiratet. Sein letztes Jawort gab er mit 86 Jahren der 60 Jahre jüngeren Crystal Harris. Hefner hatte vier Kinder. In einem Gespräch mit dem Magazin «Esquire» von 2013 versicherte er, mit «mehr als 1000» Frauen geschlafen zu haben.

Gegen Prüderie und für Gleichbehandlung

Neben seinem Einsatz gegen die repressive und puritanische Erziehung in den USA war Hefner auch in der Gleichbehandlung von Schwarzen und Weissen engagiert. Ab den 60er-Jahren hatte er sich dafür stark gemacht, sowohl in seinen TV-Shows wie auch im Magazin. Mit dem Model Jennifer Jackson wurde in einer Ausgabe von 1965 erstmals eine Afroamerikanerin zum «Playmate».

Hefners Sohn Cooper, künstlerischer Leiter im Unternehmen Playboy Enterprises, erklärte zum Tode seines Vaters, dieser habe «ein aussergewöhnliches Leben» gelebt, auch als «Verteidiger der Meinungsfreiheit, der sexuellen Freiheit und der Bürgerrechte».

Viele Prominente würdigten Hefner über Twitter. US-Schauspieler Mark Hamill schrieb, er habe Hefner kurz vor der Premiere des ersten «Star Wars»-Films kennengelernt. Hefner sei in der Folge ein lieber, aufmerksamer und loyaler Freund geworden.


Reality-Star Kim Kardashian erklärte: «Du wirst sehr vermisst werden! Liebe dich Hef!» Sie schwelge gerade mit Glamourgirl Paris Hilton in schönen Erinnerungen an die Partys in der «Playboy Mansion». «Hef» sei ein grossartiger Mann gewesen, schrieb Kiss-Bassist Gene Simmons. «Dein Vermächtnis wird weiterleben», fuhr er fort. (sda/afp/dpa/cbe)



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