02.03.2017

Service-public-Bericht

Jodlerverband will SRF Musikwelle retten

Die nationalrätliche Medienkommission will die Zahl der Radio-Spartensender reduzieren. Die Freunde der Volksmusik wollen sich dagegen wehren.
Service-public-Bericht: Jodlerverband will SRF Musikwelle retten
Die oberste Jodlerin der Schweiz, Karin Niederberger, macht sich Sorgen um die SRF Musikwelle. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)
Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates (KVF) fordert, dass Radio-Spartensender, die keinen eigentlichen Service-public-Auftrag wahrnehmen, eingestellt werden. Im Visier ist unter anderem die SRF Musikwelle (persoenlich.com berichtete).
 
Kein Gehör für diese Forderung haben die Volksmusiker. «Für die Freunde der Volkskultur wäre das ein Affront», sagt Karin Niederberger, Präsidentin des Eidgenössischen Jodlerverbands, gegenüber dem «Blick» (Artikel online nicht verfügbar). Die Musikwelle sei wichtig und die SRG ein unverzichtbarer Partner für die Brauchtumsfeste. Sollte die Politik Ernst machen mit dem Abbau, kündigt Niederberger Widerstand an. (cbe)
 


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Kommentare

  • Christoph Stuehn, 02.03.2017 10:30 Uhr
    Radio als „Schaufenster“ für unser Kulturerbe Ein Blick auf die Zahlen im SRG-Geschäftsbericht 2015 zeigt, dass gerade die Sparten-Sender besonders viel Schweizer Musik programmieren: z.B. Radio Swiss Classic (30 %), Radio Musikwelle (41 %) oder Radio SRF Virus (52 %). Damit spielen diese Sender auch eine zentrale Rolle für den Zugang und die Valorisierung und Vermittlung unseres musikalischen Kulturerbes (Helvetica). Sie geben dem Schweizer Musikschaffen eine wichtige Plattform und dies insbesondere auch für Kompositionen und Arrangements, die es in einem kommerzielleren Umfeld schwer haben (Kompositionen in den verschiedenen Landessprachen, Volksmusik etc.). Mit dem revidierten RTVG hat sich das Stimmvolk im letzten Jahr u.a. für die langfristige Erhaltung der Rundfunkarchive ausgesprochen. Unser Kulturerbe bleibt aber nur lebendig, wenn es weiterhin Zugang findet im aktuellen Programm. Gehört es nicht auch zu einem Service public, unserem Musikschaffen in seiner ganzen Vielfalt ein Schaufenster zu geben? Wenn das Schweizer Musikschaffen bei Privaten – aus verständlichen Gründen – inskünftig eher einer „kommerziellen Hitparaden-Logik“ folgen muss, laufen wir Gefahr, einen wichtigen Teil unseres musikalischen Gedächtnisses zu verlieren. Christoph Stuehn, Direktor von Memoriav
  • Hardy Jäggi, 03.03.2017 14:16 Uhr
    Ein grosser Teil unserer Bevölkerung hört gerne Volksmusik, Jodel, Blasmusik und Schlager. Früher deckte DRS1 (heute SRF1) diese Musiksparten ab. Leider verbannte die SRG diese Musik auf die - schlecht empfangbare - Musikwelle. Jetzt soll also die traditionelle Schweizer Musik ganz verschwinden? Es ist höchste Zeit, dass sich die SRG-Strategen Gedanken machen, ob sich SRF 1 und 3 nicht inzwischen zu ähnlich geworden sind. SRF 1 spielt einfach die Pop-Songs die SRF 3 vor 10 oder 20 Jahren spielte. Zum Service Public der SRG gehört es auch, dass möglichst alle Bevölkerungsschichten etwas vom Radio haben. Deshalb sollte SRF 1 wieder zu dem Sender umgebaut werden, den es einmal war. Früher war nicht alles besser. Aber die Musik auf SRF 1 war es definitiv.

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