03.10.2017

Zurich Film Festival

Alles andere als ausbalanciert

Bei der Filmförderung kämen Frauen deutlich weniger zum Zuge, sagt Carolina Müller-Möhl anlässlich des «Women of Impact».
Zurich Film Festival: Alles andere als ausbalanciert
«Wissen ist Macht und niemand kann dir diese Macht wegnehmen», sagte Nadja Swarovski (rechts) auf dem Podium. (Bilder: ZFF/Tim Hughes)

Frauen sind in der Filmindustrie nach wie vor in der Minderheit. Die Veranstaltungsreihe «Women of Impact» nimmt sich im Rahmen des Zurich Film Festival diesem Thema an. Die diesjährigen Gäste waren die US-Schauspielerinnen Glenn Close und ihre Tochter Annie Starke, die beide in dem Film «The Wife» die Protagonistin Joan Castleman spielen. Zudem war die Unternehmerin Nadja Swarovski zum Gespräch geladen. Gastgeberinnen am Sonntag in der NZZ Festivallounge waren Nadja Schildknecht, Managing Director und Mitbegründerin des Zurich Film Festival und Carolina Müller-Möhl, Gründerin und Präsidentin der Müller-Möhl Group und der Müller-Möhl Foundation. 

Carolina Müller-Möhl, die sich seit Jahren im Rahmen ihrer Stiftungstätigkeit intensiv für Gender-Themen und Frauenförderung engagiert, hielt die Begrüssungsrede. Wie es in einer Mitteilung heisst, machte sie darauf aufmerksam, dass im US-Kino und im europäischen Kinofilm Frauen im künstlerischen wie auch im technischen Bereich noch immer deutlich untervertreten sind und dies bei dem grossen Potential, das der Film für die gesellschaftliche Wahrnehmung und Verbesserung von Frauenbildern hat. Dass Frauen auch im Schweizer Film unterrepräsentiert sind und bei der Filmförderung deutlich weniger zum Zuge kommen sei unbestritten. Bemühungen, diesem Missstand Abhilfe zu verschaffen, seien mit Nachdruck zu unterstützen.

Im Gespräch erläuterte Nadja Swarovski am Beispiel ihres eigenen Unternehmens, wie Firmen der Privatwirtschaft die Karrieremöglichkeiten von Frauen fördern können und mit welchen Problemen bei der Benachteiligung von Frauen im höheren Management noch immer zu kämpfen ist. Frauen sind Vorurteilen ausgesetzt und müssen mehr leisten, um zu bestehen. Bildung, Wissen und gute Berufserfahrung machen den «Impact of Women» aus, um die eigene berufliche Selbstverwirklichung zu erreichen.

Hinsichtlich des neu erschienenen Films «The Wife» kommen Glenn Close und Annie Starke unter anderem auf die Karrieremöglichkeiten ihrer eigenen Mutter bzw. Grossmutter zu sprechen. Die Wahrnehmung eigener beruflicher Selbstverwirklichung war damals nicht möglich und gemäss der Filmvorlage beschränkte sich die Funktion der Frau vor allem darauf, die Karriere ihres Mannes zu unterstützen. Für eine Gleichberechtigung sei es noch ein weiter Weg, wenn auch gerade die Verbesserungen dazu ermutigen, ihn entschieden weiterzugehen, so Glenn laut Mitteilung.



Die Veranstaltung «Women of Impact» ist auch als Anerkennung für jene Frauen gedacht, die es durch ihr Talent und Engagement bereits an die Spitze geschafft haben und die sich für Frauenförderung aktiv einsetzen. Prominente Frauen und Männer aus Kultur, Wirtschaft und Politik begegnen sich deshalb im Rahmen des ZFF in Anerkennung der Leistungen dieser herausragenden Persönlichkeiten. Zu dem atmosphärischen Setting in der NZZ Festivallounge haben sich laut den Veranstaltern rund 150 geladene Personen eingefunden. (pd/eh)

 

 

 

 

 

 



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